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Statement für die Presse

BDEW-Chefin Kerstin Andreae zur EU-Strategie für Offshore-Energie

Am heutigen Donnerstag hat die EU-Kommission ihre EU-Strategie für Offshore-Energie vorgelegt. Sie soll die notwendigen Rahmenbedingungen für den Ausbau der Stromerzeugung auf See identifizieren und damit einen Beitrag zur Erreichung der Ziele des European Green Deal leisten. Hierzu erklärt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung:

„Es ist richtig, dass die EU-Kommission heute die Rolle der Offshore-Energie zur Erreichung der Erneuerbare-Energien-Ziele explizit hervorhebt und sie als europäische Wachstumsbranche etablieren möchte. Vor den Küsten Europas schlummert großes Potenzial zur Nutzung Erneuerbarer Energien, die für den EU-Green Deal und die Erreichung der Klimaneutralität der EU unverzichtbar sind.

Die jetzt erstmalig klar formulierten europäischen Ausbauziele von 300 GW Offshore-Windenergie und 40 GW Meeresenergie bis 2050 sind ein wichtiges Signal für die Windenergiebranche. Auch wenn einige Studien belegen, dass weitere Potenziale erschlossen werden könnten, sind die hier definierten Ziele ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Das Zwischenziel von 60 GW Offshore-Windenergie bis 2030 darf nur als Mindestmaß gesehen werden, da allein die Bundesregierung mit dem gerade novellierten Windenergie-auf-See-Gesetz für Deutschland eine installierte Leistung von 20 GW bis 2030 in Nord- und Ostsee anstrebt.

In den Bereichen Meeresraumplanung und Offshore-Netzentwicklung schafft die Strategie eine gute Basis für den Ausbau von grenzüberschreitenden Kooperationen, beispielsweise durch eine bessere Standardisierung der Netzanschlusssysteme. Mit der vorgesehenen Ausweitung der Naturschutzgebiete von elf auf 30 Prozent der Meeresfläche wird sie auch der EU-Biodiversitätsstrategie gerecht. Allerdings hätten wir uns hier auch eine stärkere Berücksichtigung der positiven Auswirkungen der Offshore-Windenergie auf Umwelt- und Naturschutz gewünscht. Diese zeigen sich beispielsweise in der Etablierung neuer Biotope an Offshore-Windenergie-Standorten aufgrund der Erholung der Flora und Fauna von regelmäßiger Schifffahrt und Fischerei.

Eine klare Empfehlung zur Fördersystematik für Offshore-Windenergie sollte im Hinblick auf die Umsetzung der Strategie ergänzt werden: Wichtig für Großprojekte wie Offshore-Windenergieanlagen ist ein verlässlicher und gleichzeitig marktwirtschaftlicher Investitionsrahmen wie ihn die vom BDEW vorgeschlagenen Differenzverträge in Form der symmetrischen Marktprämie vorsehen. Positive Erfahrungen aus der Praxis liegen vor: Großbritannien, Frankreich, Dänemark und Italien setzen bereits erfolgreich Offshore-Ausschreibungen über Differenzverträge um, weitere europäische Länder planen die Umsetzung. Die Effekte der Einrichtung designierter Offshore Bidding Zones muss geprüft werden. Gerade weil die Förderung des Ausbaus von Offshore-Energie so wichtig ist, bedarf es nun einer öffentlichen Debatte, die auch die Wirkungen über das Offshore-Ziel hinaus bewertet, bevor diese Idee als ernsthafter Lösungsvorschlag in Betracht gezogen werden kann.

Unsere Branche steht in den Startlöchern und will investieren. Die EU-Strategie für Offshore-Energie setzt dafür die ersten richtigen Impulse. Nun gilt es, sie mit Leben zu füllen und den Ausbau der Offshore-Energie aktiv voranzutreiben.“

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