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Potenzial zur CO2-Einsparung bei der Energieeffizienz heben

Anlässlich der HEA Jahrestagung unterstreicht Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung die Bedeutung der Energieeffizienz für die Erreichung der Klimaziele:

„Die aktuellen Diskussionen über die Erreichung der Klimaneutralität 2050 machen deutlich: Wir dürfen uns jetzt nicht zurücklehnen. Ein wichtiger Hebel ist die Steigerung von Effizienz beim Energieeinsatz in allen Sektoren. Die Energiewirtschaft geht hier mit gutem Beispiel voran und investiert in einen effizienteren Kraftwerkspark, in bessere und versorgungssichere Netze und in Erneuerbare Energien-Anlagen. 2018 wurden rund 19 Milliarden Euro allein in den Stromsektor investiert, davon zehn Milliarden in Erneuerbare Erzeugung und sieben Milliarden in Übertragungs- und Verteilnetze. Gemeinsam mit der Industrie engagieren wir uns darüber hinaus in Energieeffizienznetzwerken. Hier haben über 2.400 Unternehmen und Standorte bereits CO2-Einsparungen von rund 5 Millionen Tonnen bewirkt und sich für die Zukunft insgesamt besser aufgestellt. Die Initiative wird fortgesetzt und soll in den kommenden fünf Jahren bei der Einsparung weiterer sechs Milliarden Tonnen CO2 helfen.

Die Politik hat bereits eine Vielzahl von Instrumenten und Förderprogrammen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen auf den Weg gebracht. Insgesamt sind sie jedoch deutlich zu zaghaft, um das große Potenzial beispielsweise im Wärmesektor zu heben. Hier lassen sich schnelle Einsparerfolge durch den Austausch alter Heizkessel durch neue CO2-arme Technologien erreichen. Die Umstellung von Öl-Heizungen auf Gas-Brennwertheizungen und Wärmepumpen ein Treibhausgas-Minderungspotenzial von rund 40 Prozent.

Man hätte aber mit einer besseren Berücksichtigung von Quartiersansätzen und der Anrechenbarkeit von PV und klimaneutralen Gasen im Gebäudeenergiegesetz auch im Neubau spürbar mehr Investitionen anreizen können. Abzuwarten bleibt nun, welche Lenkungswirkung der nationale Emissionshandel entfaltet. Mit der neuen Bepreisung von CO2 werden die Brennstoffkosten steigen - das erhöht den Handlungsdruck für Eigentümer, zu investieren.

Gleichzeitig müssen erneuerbare Energieträger günstiger werden. Das gilt einerseits für Strom, aber auch für den Markthochlauf klimaneutraler Gase. Um Tempo in die Transformation auf dem Weg zur Klimaneutralität zu bringen, gilt es einerseits weiter Effizienzpotenziale zu heben und entsprechende Fördermaßnahmen zu optimieren, andererseits die Nutzung von erneuerbaren Energieträgern zu erleichtern.“

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