Beim Offshore-Ausbau liegen erhebliche Optimierungs- und Effizienzpotenziale. Diese lassen sich heben, wenn die Möglichkeiten einer flächenspezifischen Überbauung in volkswirtschaftlich sinnvollem Maße genutzt und gleichzeitig weniger dicht ausgebaut wird, um Abschattungseffekte zu reduzieren und höhere Vollaststunden zu erzielen.
Die Studie von Frontier Economics kommt zum Ergebnis, dass die volkswirtschaftlich optimale Überbauung je nach Fläche bei circa fünf bis zehn Prozent über der Netzanschlusskapazität liegt. Die damit verbundene Abregelung von Strommengen beträgt nur etwa drei bis vier Prozent. Je nach Gebiet und Szenario variiert dieser Wert, er ist unter anderem abhängig vom konkreten Erzeugungsprofil, der Länge des Netzanschlusses und dem Verhältnis zwischen den Kosten des Offshore-Windparks und denen des Netzanschlusses.
„Jetzt ist die Bundesregierung gefordert, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen, um bestehende Effizienzpotenziale zu heben: Bei der anstehenden Reform des Windenergie-auf-See-Gesetzes und Fortschreibung des Flächenentwicklungsplans müssen das Ausschreibungsdesign und die Flächenplanung so angepasst werden, dass eine volkswirtschaftlich optimale Überbauung je nach Flächencharakteristik möglich wird. Das bedeutet auch, dass die mit der Überbauung verbundenen, betriebswirtschaftlichen Mehrkosten der Offshore-Windparkentwickler durch die Vergabe zweiseitiger Contracts-for-Difference abgesichert werden müssen. Das dafür notwendige parlamentarische Verfahren zur Reform des WindSeeG muss bis zum Sommer auf den Weg gebracht werden, damit spätestens ab Januar 2027 ein neues, effizienteres Ausschreibungsverfahren in Kraft ist“, sagt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.
Hintergrund
Die Überbauung von Offshore-Wind-Netzanbindungen – also eine die Netzanschlusskapazität übersteigende installierte Windparkleistung – kann im Offshore-Bereich ein wichtiges Instrument zur Effizienzsteigerung sein. Sie erhöht die Auslastung der Netzanbindung und kann Systemkosten senken, führt jedoch in Erzeugungsspitzen zu Abregelung. Deshalb ist es wichtig, das volkswirtschaftlich optimale Verhältnis zwischen Netz- und Erzeugungskosten sowie Erlösen flächenspezifisch zu ermitteln.
Zusammen mit den Erkenntnissen aus der Studie des Fraunhofer IWES zu Offshore-Flächenkooperationen mit Nachbarländern und reduzierten Bebauungsdichten bildet diese Studie eine Grundlage zur Hebung ungenutzter Potenziale beim zukünftigen Offshore-Ausbau.