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Digital@EVU 2018: Erfolgreiche Digitalisierung ist keine Frage der Unternehmensgröße

 

Das diesjährige Digitalisierungsbarometer für die Energiewirtschaft zeigt, dass die Branche die Chancen des digitalen Wandels erkannt hat.

 

Die Digitalisierung ist neben der Energiewende die zentrale Herausforderung für die Energiewirtschaft. Die Branche geht den digitalen Wandel entschlossen an und sucht nach Möglichkeiten, sich zukunftsfest aufzustellen. Das zeigen die Ergebnisse unseres Digitalisierungschecks „Digital@EVU“, den der BDEW in vertrauensvoller Kooperation mit A.T. Kearney und IMP3ROVE entwickelt hat. Die insgesamt 60 EVU, die im Jahr 2017 an Digital@EVU teilgenommen und ein maßgeschneidertes Feedback erhalten haben, umfassen Strom- und Gasnetzbetreiber, Querverbundunternehmen, aber auch De-minimis-Unternehmen sowie Energievertriebe und Erzeugungsunternehmen.

Die Ergebnisse der diesjährigen Umfrage waren so interessant, dass wir uns entschieden haben, sie anonymisiert und zusammengefasst in einer Studie zu veröffentlichen. Flankiert werden die Daten und Analysen von Fallbeispielen, in denen EVU von konkreten Digitalisierungsmaßnahmen in ihrem Haus und ihren Erfahrungen berichten. Sie zeigen – von Unternehmen für Unternehmen – Möglichkeiten der digitalen Transformation auf und laden zu einem Erfahrungsaustausch ein.

Ergebnisse

Der Erfolg des digitalen Wandels hängt nicht von der Unternehmensgröße ab, so eine zentrale Aussage auf Basis der vorliegenden Beobachtungen und Daten. Auch kleinere Unternehmen können – mit entsprechendem Fokus auf die eigene Digitalisierung und entsprechende Initiativen – bereits interessante Fortschritte aufweisen. Es wird auch deutlich, dass vor allem in den Bereichen Kundenfokussierung und Datenanalyse die Handlungsnotwendigkeit in den Unternehmen erkannt wurde, die angestoßenen Projekte derzeit aber noch Anlaufschwierigkeiten haben.

Positiv festzustellen ist ein starker Fokus der Managementkapazität auf Digitalisierung: Fast jedes EVU beschäftigt sich mit dem Thema. Doch das aktuelle und perspektivische Geschäftspotenzial ist aus Sicht der Teilnehmer noch ausbaufähig. Bei einem Viertel der teilnehmenden Energieversorger liegt der Anteil digitaler Produkte am Umsatz derzeit noch bei null Prozent. Bei weiteren 36 Prozent liegt er aktuell bei weniger als einem Prozent.

Insgesamt gibt ein Drittel der Unternehmen an, bereits eine Digitalisierungsstrategie zu haben. Weitere 53 Prozent haben noch keine Strategie, sind aber gerade dabei, diese zu erarbeiten. EVU mit Digitalisierungsstrategie schneiden in der digitalen Umsatzerzielung insgesamt besser ab. IT-Sicherheit hat Priorität.

Viele Unternehmen richten die Weiterentwicklung ihrer IT-Infrastruktur noch zu wenig an Markt- oder Kundenanforderungen aus. Der IT-Fokus liegt derzeit klar auf Sicherheit. Hier ist der Großteil der Teilnehmer gut aufgestellt. Durch hohe Sicherheitsanforderungen sind viele IT-Systeme jedoch nicht flexibel genug, wodurch es schwerfällt, auf neue Angebote, Service- und Kundenbedürfnisse zu reagieren.

Die Anwendungsmöglichkeiten von Data Analytics sind vielen Teilnehmern bekannt, die entsprechenden Vorteile werden jedoch noch nicht konsequent genutzt. Das Verfügbarmachen und die Nutzbarkeit von Datenquellen entlang der energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette werden als Erfolgsfaktoren angesehen.

Über Digital@EVU

Das Online-Tool Digital@EVU wurde 2016 vom BDEW gemeinsam mit Kearney und IMP3ROVE Academy entwickelt und unterstützt Unternehmen der Energiewirtschaft dabei, ihren individuellen Digitalisierungsgrad zu ermitteln. In maßgeschneiderten Feedbackgesprächen werden gezielt Verbesserungspotenziale aufgezeigt. Die teilnehmenden Energieversorgungsunternehmen bilden einen Querschnitt über die Energiebranche von kleinen Stadtwerken über reine Gasanbieter bis hin zu großen, integrierten Energieversorgern.
 


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