Die Zertifizierung erneuerbarer und kohlenstoffarmer Gase bildet die Grundlage für einen glaubwürdigen und marktfähigen Handel in der europäischen Energiewende. Ihr aktueller Entwicklungsstand zeigt jedoch deutliche Umsetzungsmängel: zu hohe Komplexität, unklare Schnittstellen zwischen nationalen Systemen und eine bislang unzureichende europäische Harmonisierung. Diese Probleme gefährden nicht nur die Handelbarkeit von grünen Gasen, sondern auch Investitionsentscheidungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Mittelfristig braucht es ein einheitliches und harmonisiertes Zertifizierungssystem, das die Nachweisführung praxisnah umsetzt. Nur ein solcher integrierter Ansatz kann Doppelstrukturen vermeiden, Kosten senken und den Markthochlauf von erneuerbaren Energieträgern beschleunigen.