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Benchmarking

Die Klein-Arbeitsgruppe Benchmarking der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) hat ihren Bericht über Benchmarking abgeschlossen.

Kern dieses Berichtes sind Vorschläge um mehr Wasser- und Abwasserunternehmen zu einer Teilnahme an den Leistungsvergleichen zu motivieren. Vorgesehen ist ein Beschluss-Umlaufverfahren in der LAWA-Vollversammlung sowie in der Umweltministerkonferenz (UMK).

Der LAWA-Vollversammlung wird vom zuständigen Ausschuss empfohlen, den Bericht „Empfehlungen der LAWA zur Erhöhung der Anzahl der teilnehmenden Wasserver- und Abwasserentsorgungsunternehmen am Benchmarking“ zustimmend zur Kenntnis zu nehmen. Der LAWA-Vorsitz solle den Bericht der UMK mit der Bitte um Kenntnisnahme zuzuleiten.

Zentrale Punkte des Berichts

Der Bericht stellt dar, wie viele Projektrunden in welchem Bundesland stattgefunden haben und wie hoch die prozentuale Abdeckung der Jahreswasserabgabe bzw. Einwohnerwerte in dem jeweiligen Bundesland in der aktuellen Projektrunde ist. Hier setzte sich der BDEW mehrfach für eine korrekte Darstellung der Projekte ein und lieferte Informationen, z. B. zu dem hessischen Verbände-Projekt aus 2005.

BDEW nahm als Gast regelmäßig an der Klein-AG teil und konnte im Verlauf der eineinhalbjährigen Diskussion die Idee einer Landeserklärung Benchmarking einbringen. Diese soll vom jeweiligen Umwelt-, Wirtschafts- und Innenministerium sowie den jeweiligen Landesorganisationen der kommunalen Spitzenverbände und der Fachverbände (BDEW, DVGW, VKU etc.) unterzeichnet werden.

Dieser Vorstoß findet sich nun als „Ländervereinbarung“ im Bericht wieder: „So könnten beispielsweise Ländervereinbarungen den Nukleus für weitere Maßnahmen zur Förderung der Teilnahme an Benchmarking-Projekten bilden. In Vereinbarungen der Länder mit den zu beteiligenden Verbänden können geeignete Maßnahmen festgelegt und Details zur Kommunikationsstrategie vereinbart werden.“

Lange hatte die Klein-AG über die Frage diskutiert, ab welcher Unternehmensgröße Wasserver- und Abwasserentsorger verpflichtend an den Leistungsvergleichen teilnehmen sollten. Im Ergebnis heißt es nun im Bericht: „Eine ambitionierte Zielgröße ist daher, dass 80 Prozent der Wasserabgabe bzw. der an die öffentliche Abwasserbehandlung angeschlossenen Einwohner eines Bundeslandes durch Benchmarking-Aktivitäten abgedeckt werden.“

Angesichts des 80-Prozent-Zieles ist die Branche gut beraten, ihre umfangreichen Aktivitäten weiter zu intensivieren.

Eine Übersicht über den Stand 2015 gibt das Branchenbild der deutschen Wasserwirtschaft (Langfassung, S. 28).

Weitere Empfehlungen des Berichts

Die LAWA-Klein-AG regt an, im jeweiligen Bundesland eine Kommunikationsstrategie zu Benchmarking auszuarbeiten. Hierzu könnten zählen: „Werbeaktivitäten“ wie Auftakt- und Abschlussveranstaltungen, offene Briefe und Motivationsschreiben.

Weiterhin werden empfohlen: Informationsveranstaltungen, auch zu „Grundlagen des Benchmarkings“, sowie spezifische Erfahrungsaustauschgespräche auf freiwilliger Basis. Die vorhandenen Basismodule würden einen überschaubaren Arbeitsaufwand gewährleisten.

Die Entwicklung praxisorientierter Leitfäden zur Erfassung, Auswertung und Dokumentation von Kosten- und Betriebsdaten könne zudem kleinere Unternehmen unterstützen, die für Benchmarking relevanten Eingangsgrößen bereitzustellen, um beispielsweise Ursache-Wirkungszusammenhänge besser erkennen zu können. Auch hierfür seien ggfs. Schulungen anzubieten, so der Bericht.

Die Kommunen und kommunale Spitzenverbände sowie die Fachverbände der Wasserwirtschaft werden in dem Bericht als Akteure adressiert. Auch den großen Unternehmen wird eine Vorbildfunktion zugewiesen.

Im Projektverlauf hatte Bayern besonders die kleinen Wasserversorger im Fokus, für die im Bericht nun die Vorteile einer Teilnahme an einem Benchmarking-Projekt dargestellt werden.

Hintergrund der LAWA-Aktivitäten war ein Beschluss der Konferenz der Umweltministerkonferenz vom November 2015 sowie ein Gespräch der LAWA, an dem BDEW teilgenommen hatte. Die Umweltministerkonferenz ist der Zusammenschluss der Umweltminister/innen der Länder, das Bundesumweltministerium ist Gast. Der BDEW hatte regelmäßig über den Fortgang berichtet.

Bewertung

Für Benchmarking-Kenner bietet der Bericht viel Bekanntes. Für Einsteiger ist er sehr wertvoll: Die Branche muss ihre Anstrengungen intensivieren. Der BDEW wird den Bericht zur Verfügung stellen, sobald er öffentlich ist.



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