Drucken

Deutschlandkarte: Wie Betreiber von Wasserkraftanlagen Gewässerschutz betreiben

Die Deutschlandkarte der Wasserkraft zeigt, wie Betreiber von Wasserkraftanlagen Energieerzeugung und Ökologie in Einklang bringen.

Deutschlandkarte: Wie Betreiber von Wasserkraftanlagen Gewässerschutz betreiben

© Bob Brewer / Unsplash

Die Deutschlandkarte der Wasserkraft ermöglicht eine ausgewogene Betrachtung von Ökologie und Klimaschutz. Sie dokumentiert Maßnahmen der Betreiber von Laufwasserkraftwerken, Kleinstwasserkraftwerken und Pumpspeicherkraftwerken, die der Verbesserung der Gewässerökologie und dem Schutz der Fische dienen.



Die Deutschlandkarte der Wasserkraft des BDEW

  • ist eine öffentliche „Datenbank“, die ökologische Best Practices zusammenfasst und veröffentlicht, um ein realistisches Bild vom Zustand der Gewässer an Wasserkraftanlagen darzustellen. Die Dokumentation erfolgt oftmals auch untermauert mit Bildmaterial,
  • durchbricht die vorherrschende Meinung, Wasserkraft sei eine „reine Ingenieurleistung“. Sie verdeutlicht vielmehr, dass die Wasserkraft Ingenieurleistung mit Gewässerökologie in Form von Gewässerstrukturverbesserung und Maßnahmen für den Fischschutz vereint,
  • ist nicht nur eine reine Datenbank, sondern bietet ein aktives Wissensmanagement zur Kommunikation mit allen Stakeholdern aus Politik, Verwaltung und der gesamten Öffentlichkeit,
  • zeigt die hohen Auflagen, mit welchen die Betreiber der Wasserkraftanlagen konfrontiert werden, und
  • vermittelt einen Eindruck über den wirtschaftlichen Aufwand für die Maßnahmen, welcher von den Betreibern aufgebracht und nur geringfügig durch Fördermittel unterstützt wird. Damit finanzieren private Unternehmen einen Teil der Maßnahmen im Zuge der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie und entlasten auf diese Weise den öffentlichen Haushalt. Gäbe es keine Wasserkraftanlagen, müsste an vielen Stellen eine Vielzahl der Maßnahmen wie Renaturierungen in den Abschnitten von Wasserkraftanlagen rein mit öffentlichen Mitteln umgesetzt und finanziert werden.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur BDEW-Deutschlandkarte der Wasserkraft

Die Deutschlandkarte der Wasserkraft stellt Projekte der Betreiber von Wasserkraftanlagen im Zuge der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie dar. Dazu gehören Projekte mit Bezug zu Laufwasserkraftwerken und Stauwasserkraftwerken ebenso wie Projekte im Zusammenhang mit Pumpspeicherkraftwerken. Es werden knappe, zentrale Informationen sichtbar wie Ortsbezug (zum Beispiel bei der Gestaltung eines Flussbetts) zur betroffenen Anlage, der Betreiber der Anlage, das Ziel und die Art der Maßnahme. Auch weitere Details zu dem entsprechenden Gewässer, Geo-Koordinaten, der Zeitraum der Errichtung bzw. der Umsetzung der Maßnahme und der Investitionsumfang können optional abgerufen werden.

Zusätzlich können Maßnahmen gezielt nach Einzugsgebiet, Bundesländern, Umkreis, Maßnahmenziel oder Ort einzeln gefiltert und ausgewählt werden. Nutzer können so entdecken, wie etwa Fischschutz, Strukturverbesserungen, Habitatsverbesserungen oder Auenentwicklung durch Unternehmen der Wasserkraft gestaltet werden.

Mit der Umsetzung der Deutschlandkarte der Wasserkraft vertritt der BDEW das außerordentliche Interesse der Wasserkraftbetreiber, ihre Anstrengungen und die ergriffenen Maßnahmen zur Erreichung eines guten ökologischen Zustands bzw. eines guten Potenzials von Gewässern transparent, nutzerfreundlich und in einer einfach zugänglichen Form der Öffentlichkeit und den Behörden zu präsentieren.

Die Karte des BDEW trägt zur Sensibilisierung politischer Entscheidungsträger im Hinblick auf wirtschaftliche Auswirkungen der bisherigen und zukünftigen Entscheidungen zu ökologischen Anforderungen im Bereich der Wasserkraft bei. Sie ermöglicht eine bessere Abstimmung von Maßnahmen zwischen den Entscheidungsträgern und den Anlagenbetreibern, die letztendlich die Maßnahmen ergreifen und umsetzen.

Die Deutschlandkarte der Wasserkraft richtet sich nicht nur an Mitgliedsunternehmen, sondern gezielt auch an die interessierte und von den Maßnahmen profitierende Öffentlichkeit. Sie informiert, wie die Wasserkraft als klimafreundliche Stromerzeugungstechnologie sensibel im Spannungsfeld zwischen Klimaschutz, Naturschutz, Ökologie und Hochwasser-/Dürreschutz bei ihren Maßnahmen Alternativen abwägt und die Umsetzung der Vorgaben aus der Wasserrahmenrichtlinie realisiert. Dazu werden adressatenorientierte Anstrengungen der Wasserkraft im Hinblick auf Fischschutz und Verbesserung der Gewässerökologie dokumentiert.

Mit der Deutschlandkarte der Wasserkraft unterstützt der BDEW seine Mitgliedsunternehmen dabei, diese konkreten Herausforderungen einer transparenten und einheitlichen Darstellung, Dokumentation und Kommunikation ihrer Maßnahmen und Projekte für alle Stakeholder zu bewältigen.

Die Deutschlandkarte der Wasserkraft führt die bestehenden und geplanten Wasserkraftprojekte in einer Anwendung zusammen. Es werden Projekte ab dem Inkrafttreten der EU-Wasserrahmenrichtlinie im Jahr 2000 erfasst, die Dokumentation wird kontinuierlich fortgeschrieben. BDEW-Mitgliedsunternehmen können ihre Projekte und Standorte selbstständig in die Karte eingeben und bearbeiten. » Hier geht es zum Login

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Wasserkraft in Deutschland

Die Wasserkraft erfüllt die Voraussetzungen für die bestmögliche Systemintegration von fluktuierend produzierenden regenerativen Stromerzeugungsanlagen aus Wind und Sonne. In Pumpspeicherkraftwerken wird naturgemäß auch Strom aus Erneuerbaren Energien „veredelt“, dessen Nutzung ohne die Speicherung unmöglich wäre. Auch Laufwasser- und Speicherwasserkraftwerke stellen ein hohes Maß an Flexibilität zum Ausgleich volatiler Erzeugung aus Erneuerbaren Energien dar und leisten einen Beitrag, die effiziente Systemintegration von Wind- und Sonnenenergie zu ermöglichen.

Die Stromerzeugung aus Wasserkraft ist effizient, vorhersehbar, steuerbar, ausgereift, bewährt, verfügbar, zuverlässig und behauptet sich vornehmlich im Wettbewerb. Sie trägt außerdem wesentlich dazu bei, in einem Stromversorgungssystem mit einem zunehmenden Anteil aus Erneuerbaren Energien die Versorgungssicherheit und Netzstabilität zu verbessern. Mit der eigenen Stromerzeugung und dem Beitrag zur Integration volatiler Erneuerbarer Energien senkt die Wasserkraft die CO2-Emissionen sowie die volkswirtschaftlichen Kosten der Stromerzeugung.

Die Stromerzeugung aus Wasserkraft ist in Deutschland ein kleiner, aber wichtiger Teil der Stromversorgung. Sie ist zuverlässig, steuerbar und kann essenzielle Systemdienstleistungen wie zum Beispiel die Schwarzstartfähigkeit bereitstellen. Je nach Typ und Größe der Anlagen und der Auflagen des Gewässerschutzes decken Laufwasserkraftwerke regional einen Teil der Grundlast.

Vor allem in Baden-Württemberg und Bayern sind Laufwasserkraftwerke als fester Bestandteil der Netz- und Systemstabilität ein Garant für die Versorgungszuverlässigkeit und damit als Baustein der Energiewende unverzichtbar. Sie haben am Strommix dieser Bundesländer mit 8 Prozent beziehungsweise bis zu 16 Prozent einen deutlich höheren Anteil als im gesamtdeutschen Strommix. Dabei reicht die Spannbreite von der Kleinstanlage mit weniger als 1 kW Leistung bis zum großen Flusskraftwerk mit insgesamt 120 MW Leistung.

Die EU-Wasserrahmenrichtlinie soll eine koordinierte Bewirtschaftung und Verbesserung des ökologischen Zustands oder Potenzials von Gewässern bewirken. Mit den langfristigen Zielen der Richtlinie leiten sich für alle Stakeholder und somit auch für die Betreiber von Wasserkraftanlagen konkrete Maßnahmen zur Zielerreichung ab. Die Wasserkraft stellt sich den langfristigen Zielen der Richtlinie.

Mit dem Fokus auf die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie leistet die Wasserkraft seit Jahren mit Millioneninvestitionen in Durchgängigkeit, in den Lebensraum sowie in ökologische Pflege- und Unterhaltskonzepte einen Beitrag zum Erhalt des Ökosystems Fluss mit seinen natürlichen Funktionen. Mit der Errichtung von Fischtreppen wird die Durchgängigkeit von Stauanlagen hergestellt und die natürliche Fischwanderung ermöglicht, Renaturierungsmaßnahmen in den Einzugsstrecken und Ausleitungsstrecken von Wasserkraftanlagen bieten neue Räume und Rückzugsgebiete für Pflanzen und Tiere.

Im Zuge des Klimawandels ist der Beitrag der Wasserkraft zum Hochwasserschutz und zum Dürremanagement für Mensch und Natur inzwischen vielerorts unverzichtbar geworden. Die Wasserkraft unterstützt die Anpassung an den Klimawandel durch eine Minimierung oder eine Minderung der mit dem Klimawandel verbundenen Risiken. So erbringt die Wasserkraft im Zuge des drastischen Klimawandels essenzielle Dienste zum Hochwasser- und Dürremanagement und hält teilweise Wasserstraßen als Lebensader unserer Wirtschaft beschiffbar. Dieser Zusatznutzen der Wasserkraft wird bisher bei ihrer Bewertung in der Regel nicht berücksichtigt.

Eine wesentliche Dienstleistung der Wasserkraftunternehmen ist somit die Sicherstellung des Hochwasserschutzes, beispielsweise über eine kontrollierte Abfuhr des Hochwassers an den entsprechenden Staustufen. Von der gezielten Einhaltung der Pegelstände von Gewässern durch Wasserkraftanlagen vom Normalfall bis hin zu Extremereignissen profitiert nicht nur der Mensch vor Ort, sondern auch die Artenvielfalt in den Gewässern, indem beispielsweise Rückzugsgebiete für Fischbestände in Trockenzeiten errichtet werden.

Weitere positive Effekte der Wasserkraftnutzung sind Damm- und Deichkontrollen im Hochwasserfall und damit auch der Schutz und die Gewährleistung der Funktionen von Anlagen kritischer Infrastrukturen in den geschützten Bereichen. Durch den Aufstau und die Maßnahmen im Umfeld von Staustufen wie Pumpwerke und Sickergräben werden zuverlässige Randbedingungen für die Landwirtschaft durch den Erhalt der Grundwasserstände ermöglicht.

 

Suche