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BDEW-Vorschläge für eine bessere Datenqualität im Rahmen der Anreizregulierung

Der BDEW hat unkomplizierte und schnell umsetzbare Vorschläge zur Steigerung der Datenqualität bei der Abfrage zu den Strukturparametern und den Kostendaten durch die Regulierungsbehörde erarbeitet. Ziel der Vorschläge ist es, den Prüfaufwand sowohl auf Seiten der Netzbetreiber wie auch der Regulierungsbehörden zu vereinfachen und zu reduzieren.

In Vorbereitung auf die vierte Regulierungsperiode strebt die BNetzA eine substanzielle und messbare Verbesserung der Datenqualität an. Dieses hat der Vorsitzende der BNetzA-Beschlusskammer 8 bei Treffpunkt Netze 2019 angekündigt. Auf Grundlage der bisherigen Erfahrungen in den ersten drei Regulierungsperioden hat der BDEW nun Vorschläge für die Erhebung von Struktur- und Kostendaten erarbeitet, die zu einer weiteren Verbesserung der Regulierungsdatenqualität beitragen und dabei auch den Prüfaufwand auf Seiten der Netzbetreiber im Blick behalten.

Position des BDEW

Für die Durchführung der Anreizregulierung ist eine hohe Datenqualität essenziell. Die BDEW-Vorschläge zur Verbesserung der Datenqualität beinhalten sowohl Aspekte hinsichtlich der Vorbereitung der Datenerhebungsbögen als auch Themen, die sich unmittelbar auf den Aufbau eines Erhebungsbogens und flankierende Instrumente beziehen.

Die frühzeitige Einbindung der Branche ist bereits in der Vorbereitungsphase vor dem jeweiligen Basisjahr einer Regulierungsperiode relevant, um ein einheitliches Verständnis im Hinblick auf die abgefragten Daten zu erlangen und offene Fragen direkt adressieren zu können. Hier schlägt der BDEW vor, bereits im Rahmen der Erarbeitung der Erhebungsbögen durch die BNetzA eine BDEW-Projektgruppe aufzusetzen, die dann im direkten Austausch mit der BNetzA steht. Ein weiteres wichtiges Instrument ist die Durchführung von Webinaren zur Einbindung der Branche.

Wesentlicher Baustein für die Sicherstellung einer hohen Datenqualität ist die rechtzeitige, vorherige Bereitstellung des finalen Erhebungsbogens, denn die finalen Erhebungsbögen für die Strukturparameter und Kostendaten waren bisher äußerst umfangreich. Eine solch umfangreiche Datenabfrage mit dem Anspruch höchster Datenqualität setzt aber voraus, dass Netzbetreibern ein entsprechender Zeitraum zur Vorbereitung und Bearbeitung eingeräumt wird.

Die weiteren BDEW-Vorschläge beziehen sich auf die vorgegebenen Grundlagen zur Befüllung der Erhebungsbögen wie z.B. die Datendefinitionen, Strukturen und den Umgang mit Änderungen. Zur Fehlervermeidung wäre es zudem sehr hilfreich, wenn im Rahmen der Strukturen Plausibilitätsprüfungen möglich sind, so dass Fehler direkt bei der Befüllung auffallen können.

In dem Teil „Exkurs“ wurden entsprechend der Bitte des Beschlusskammervorsitzenden der BK8 auf der Basis der Kostendaten-Erhebungsbögen für die dritte Regulierungsperiode Detailhinweise zur Optimierung in Vorbereitung auf die vierte Regulierungsperiode aufgeführt.

Das Positionspapier wurde der BNetzA sowie den Landesregulierungsbehörden zur Verfügung gestellt und ist Grundlage des Weiteren Austauschs.

Weitere Informationen

Vertiefende Informationen zu Regulierungsthemen bietet der BDEW-Regulierungstag am 27. November 2019 in Köln.

Auf dem Regulierungstag vermitteln Experten der Anreizregulierung und Netzwirtschaft praxisorientiertes und direkt anwendbares Wissen zu den für 2020 geltenden Erlösobergrenzen und zur Umsetzung der Netzentgeltkalkulation. Die Bundesnetzagentur wird neben den Themen der Netzentgeltregulierung Strom auch Fragen der Datenqualität und die aktuell konsultierte Weiterentwicklung der Qualitätsregulierung präsentieren.

Da die mit dem Gesetz zur Beschleunigung des Energieleitungsausbaus (NABEG 2.0) geänderten Regeln zum Engpassmanagement alle Stromnetzbetreiber betreffen, werden hierzu die Anpassungen und aktuelle Umsetzungsaktivitäten vorgestellt. Weiterhin sollen die Zukunftsperspektiven von Gasnetzen bei der angestrebten Dekarbonisierung der Energieversorgung aufgezeigt und Handlungsfelder diskutiert werden. Die Digitalisierung im Messwesen und deren Mehrwert für Netz und Vertrieb sowie ein Blick auf die Netzregulierung in Österreich runden das Programm ab.

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