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BMWi-Roadmap für intelligente Energienetze der Zukunft

Endlich hat das BMWi die lange erwartete Roadmap veröffentlicht. Sie gibt Entwicklungspfade für Sicherheitsstandards aus dem Smart Metering vor. Smart Meter Gateways sollen zukünftig die technische Basis für Anwendungen in den Bereichen Smart Grid, Smart Mobility und Smart Home bilden. Der BDEW fordert ein pragmatisches, zielgerichtetes und vor allem koordiniertes Vorgehen aller beteiligten Behörden.

Die Roadmap, die bereits im letzten Jahr erwartet wurde, stellt die Standardisierungsstrategie der Behörden zur sektorübergreifenden Digitalisierung nach dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende (GDEW) vor. Die Roadmap ist gemäß BMWi als der maßgebliche Arbeitsplan für die Weiterentwicklung der Smart-Meter-Gateways hin zur umfassenden Kommunikationsplattform für die Energiewende zu verstehen und bildet ein Prozessdokument, dass in Abständen angepasst werden kann. Die Roadmap soll zudem die weitere Planung des Rollouts intelligenter Messsysteme durch die verantwortlichen Stakeholder unterstützen.

Standardisierungsschritte und Zeitpläne

Sie gibt einen Überblick über die Entwicklung und Implementierung von Vorgaben für die Standardisierung, wie z.B. Sicherheitsstandards, Technische Richtlinien und Schutzprofile des BSI und den Zertifizierungsprozess.  Außerdem wird der Plan für die nächsten Schritte bei der SMGW-Entwicklung aufgezeigt.  Kapitel 5 gibt eine Perspektive für die Ertüchtigung von SMGWs für Mehrwertdienste und weitere Anwendungen, wie Smart Grid, Kapitel 6 enthält dazu Zeitpläne für die Entwicklung und Einführung entsprechender Vorgaben, Technik und Marktprozesse.

Aus Sicht des BDEW ist es begrüßenswert, dass die Roadmap Zeitpläne enthält, die eine gewisse Planbarkeit und Perspektiven für die Entwicklung von technischen sowie rechtlichen Standards versprechen. Die netzrelevanten Einsatzbereiche (zunächst die Entwicklung der TR 1.1 für Smart Metering, dann Submetering, Smart Grid, Smart Mobility) sollen dabei zeitlich synchronisiert erfolgen und sind als nächste Entwicklungen vorgesehen, die nicht netzrelevanten Einsatzbereiche werden später behandelt. Die in der Roadmap vorgesehenen Entwicklungszeiträume erscheinen jedoch vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit der Entwicklung von Smart Meter Gateways der ersten Generation zu ambitioniert, z.B. ist die Erstellung der TR 1.1 bis Ende 2019 vorgesehen.

Dabei ist jedoch unklar, welche der Weiterentwicklungen über Firmware-Updates der SMGW erfolgen sollen, wie vom BDEW gefordert, und welche über neue Gerätegenerationen. Ein Hardwaretausch würde weitere Fragen mit Blick auf Bestandsschutz der eingebauten Geräte und einheitlicher Gerätefunktionalitäten nach sich ziehen. Der BDEW hatte im Vorfeld eine Branchenkonsultation der Roadmap gefordert, diese ist jedoch nicht erfolgt.

Koordinierung der Entwicklungen erscheint weiterhin unzureichend

Die Roadmap sieht vor jeder Weiterentwicklung von BSI-Standards einen Branchen-Input vor sowie die Etablierung eines Überwachungs- und Änderungsprozesses für bestehende BSI-Vorgaben mit Hilfe eines sogenannten Change-Control-Boards und den Einsatz des gesetzlich vorgesehenen GW-Standardisierungsausschusses. Diese Maßnahmen erscheinen jedoch nur bedingt geeignet, den Bedarf eines umfassenden Projektmanagements, der Einbindung der Branche und einer verbesserten Steuerung der Entwicklungsschritte hinreichend zu decken, zumal mit Zunahme der Anwendungsfelder für SMGW auch der Bedarf an Koordinierung zunehmen wird. Der BDEW sieht hier das Wirtschaftsministerium in der Pflicht, eine übergeordnete Projektstelle zur Operationalisierung der Entwicklungsschritte einzurichten.

Für eine umfassende Positionierung zu der Roadmap wird der BDEW zeitnah eine entsprechende Stellungnahme unter Einbezug der einschlägigen Fachgremien erarbeiten.

Der BDEW hat zum Thema heute eine Pressemeldung veröffentlicht.

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