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BSI veröffentlicht aktualisierte Markanalyse

Damit erfolgt jedoch noch keine über die bisherigen Einbaufälle (Verbraucher 6.000-100.000 kWh) hinausgehende Einbauverpflichtung für grundzuständige Messstellenbetreiber.

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Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat am 12. November eine aktualisierte Marktanalyse zu dem Stand der Smart-Meter-Gateway -Zertifizierungen veröffentlicht. Damit erfolgt zu diesem Zeitpunkt jedoch noch keine über die bisherigen Einbaufälle (Verbraucher 6.000-100.000 kWh) hinausgehende Einbauverpflichtung für grundzuständige Messstellenbetreiber (keine weitere „Markterklärung“).

Neuerungen in der Marktanalyse

Mit der Marktanalyse gibt das BSI mit Stand vom 30. Oktober 2020 einen Überblick darüber welche der Voraussetzungen für den Rollout von intelligenten Messsystemen bei verschiedenen Einbaugruppen nach dem Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) bereits vorliegen.

Dabei geht die Analyse sowohl auf die Umsetzung der sicherheitstechnischen als auch der eichrechtlichen Anforderungen Smart-Meter-Gateways (SMGW) und zugeordneter oder nachgelagerter Komponenten ein und den Stand der Zertifizierungen der SMGWs ein.

Die erste Marktanalyse veröffentlichte das BSI am 31. Januar 2019. Am 31. Januar 2020 führte eine weitere Analyse dann zur Feststellung der technischen Möglichkeit zum Einbau intelligenter Messsysteme bei den Kundengruppen der Verbraucher von bis 100.000 kWh („Markterklärung“). Die vorliegende Marktanalyse bringt keine Erweiterung der Einbaugruppen mit sich.

Im Vergleich zur Marktanalyse vom 31. Januar diesen Jahres verzeichnet die aktuelle Marktanalyse die folgenden Entwicklungen:

  • Zertifizierung des 4. SMGW der Theben AG am 24. Juli 2020.

  • Re-Zertifizierung des SMGW der PPC AG am 30. Oktober 2020 abgeschlossen. Die Re-Zertifizierung umfasst die Tarif-Anwendungsfälle TAF 9, 10 und 14 (Geräteprofil SMGW_G1_Netz), die per Firmware-Update in die bestehenden SMGW implementiert werden können. Die SMGW von EMH, Theben und Dr. Neuhaus befinden sich noch in dem Re-Zertifizierungsverfahren.

  • Das BSI legt dar, dass mehr Kombinationsmöglichkeiten zwischen Zählern und SMGW aufgrund des Fortschritts bei der Kompatibilität in der Kette (Backend-SMGW-Zähler) vorliegen.

  • Erweiterung der Anzahl der eichrechtlich zugelassenen SMGW-Administrationssysteme bei allen zertifizierten SMGW.

  • Das BSI sieht die Voraussetzungen für die Anbindung von „SLP-Gaszählern“ an das Smart-Meter-Gateway gegeben, da sowohl geeignete SLP-Gaszähler am Markt vorhanden sind als auch die Marktkommunikation geregelt ist. 

Aufgrund der erfüllten Voraussetzung hält das BSI eine gesonderte Markterklärung, um die Anbindungsverpflichtung gemäß § 40 Abs. 2 MsbG auszulösen, nicht für notwendig. Das BSI vertritt die Auffassung, die Anbindungsverpflichtung für Gas sei bereits jetzt umzusetzen.

Zu den Einbaufällen der dezentralen Erzeugungsanlagen (EEG- und KWKG-Anlagen) und flexiblen Verbrauchern ("steuerbare Verbrauchseinrichtungen" nach § 14a Energiewirtschaftsgesetz) kündigt das BSI an, die noch ausstehenden Gesetzesvorhaben wie die Ausgestaltung des §14a EnWG und dem EEG 2021 abzuwarten. Zu diesen Einbaufällen will die Behörde dann im Zuge der turnusmäßigen Aktualisierung der Marktanalyse Ende Januar 2021 Stellung nehmen. 

Der BDEW begrüßt die Analyse des BSI, die dabei hilft, Transparenz über den Zertifizierungsprozess und den Funktionsumfang der SMGW und nachgelagerter Komponenten herzustellen. Dabei ist es allerdings wichtig, in den Prozessen Tempo aufzunehmen, um den Einsatz von intelligenten Messsystemen im Smart Grid zeitnah zu ermöglichen.

Im BMWi-BSI-Roadmap-Prozess zur Weiterentwicklung der SMGW setzt sich der BDEW dafür ein insbesondere das Steuern von Anlagen und Lasten in der Niederspannung über das SMGW zügig zu realisieren. Aufbauend auf den bestehenden technischen Lösungen muss diese Weiterentwicklung im Einklang mit den Entwicklungen im Markt und den Arbeiten in den Verbänden stehen.

Darüber hinaus wird prüft der BDEW die Aussagen der Marktanalyse derzeit.


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