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Blockchain in der Energiewirtschaft kennt keine Grenzen

Weltweit besteht ein großes Interesse an Blockchain-Anwendungen im Energiebereich. Der BDEW, SAP und die Hochschule Fresenius leisten hierzu einen Beitrag und veröffentlichen eine englischsprachige Studie zu Blockchain in der Energiewirtschaft mit fundierten Anwendungsbeispielen.

© fotolia / sdecoret

Das Thema Blockchain steht seit einigen Jahren im Fokus der Öffentlichkeit. Auch im Energiebereich wird weltweit über den Einsatz der Technologie diskutiert. In vielen Projekten finden sich bereits erste Lösungen im Einsatz. Auch wenn im internationalen Vergleich die Rahmenbedingungen für Blockchain-Projekte sehr verschieden sind, so sind die grundsätzlichen Anwendungsmöglichkeiten ähnlich.

Um das Wissen über die Technologie über deutsche Grenzen hinweg zu verbreiten, haben sich SAP und der BDEW zusammengetan und die BDEW-Studie „Blockchain in der Energiewirtschaft – Potenziale für Energieversorger“ nun auch in Englisch verfügbar gemacht. Die Studie liefert einen Einstieg und fundierte Übersicht über die Blockchain-Technologie sowie anhand praktischer Beispiele auch über Anwendungsmöglichkeiten im Energiebereich.

„Die Energiewirtschaft wird dezentraler, vernetzter und komplexer. Das ist ein globaler Trend. Blockchain kann diese Entwicklungen weiter voranbringen und ein weites Feld für Innovationen und neue Geschäftsmodelle im Energiebereich eröffnen“, so Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

Innovationen und neue Geschäftsmodelle

„Es freut mich, dass wir mit SAP einen international anerkannten Partner für die englische Version unserer Blockchain-Studie gewinnen konnten. Gemeinsam können wir die Erfahrungen, die wir hier in Deutschland bereits mit der Blockchain-Technologie gemacht haben, nun auch einem internationalen Publikum zugänglich machen. Die Vielfalt der Projekte unterstreicht: Die deutsche Energiewirtschaft nimmt bei der Digitalisierung und Nutzbarmachung von neuen Technologien wie Blockchain eine Vorreiterrolle ein“, so Stefan Kapferer weiter.

Die Studie zeigt, dass an vielen verschiedenen Stellen in der Energiewirtschaft an Lösungen auf Basis der Blockchain-Technologien gearbeitet wird. Die Use-Cases reichen von Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge über Zertifizierung von Energieprodukten bis hin zu Energiehandel.

Um die Potenziale zu nutzen, empfiehlt es sich, in den Unternehmen erste Erfahrungen mit Blockchain-Anwendungen zu sammeln. Hierfür kann es zunächst ausreichend sein, wenig komplexe und gut überschaubare Anwendungen zu erproben. Auf diese Weise können Unternehmen und deren Mitarbeiter Erfahrungen im praktischen Umgang mit dieser neuen Technologie sammeln. Dieses Vorgehen ermöglicht eine schnelle und flexible Nutzung der Blockchain-Potenziale und deren erfolgreiche Weiterentwicklung.

Um die Potenziale der Blockchain zu nutzen, ist oftmals unternehmensübergreifende Zusammenarbeit notwendig. Diese kann auch länderübergreifend hinweg erfolgen, wenn es dabei gleiche Anforderungen und ähnlicher Regulierungsrahmen besteht.

Erste Anwendungen schon umsetzbar

„Einige Anwendungen in der Energiewirtschaft lassen sich bereits mit heutigen Blockchains umsetzen. Da das Entwicklungstempo sehr hoch ist, werden in absehbarer Zeit Blockchain-Technologien verfügbar sein, die auch höchste Anforderungen bezüglich Geschwindigkeit und Energieverbrauch erfüllen", erklärt Professor Jens Strüker, Geschäftsführer des Instituts für Energiewirtschaft an der Hochschule Fresenius. „Unsere Studie erlaubt einen unkomplizierten und einfachen Einstieg in das komplexe Thema Blockchain. Unser Ziel war es, neben der Funktionsweise und den unterschiedlichen Arten von Blockchains auch energiewirtschaftliche Anwendungsgebiete gut verständlich aufzuzeigen“, so Strüker weiter.

Die Potenziale der Blockchain-Technologie liegen nicht nur in neuen Geschäftsfeldern, sondern oftmals auch in Bereichen, in denen unternehmensübergreifende Zusammenarbeit automatisiert werden kann. Die Marktkommunikation innerhalb der Energiewirtschaft ist ein Beispiel bei dem das Potenzial von Blockchain genutzt werden kann, ohne dass hierbei neue Geschäftsfelder erschlossen werden oder neue Player entstehen.

SAP, Europas größter Softwarehersteller, beschäftigt sich weltweit mit verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten von Blockchain-Technologien und unterstützt Unternehmen und Projekte bei der Umsetzung. SAP ist Mitglied in international relevanten Gremien wie der Hyperledger Foundation, Alastria Konsortium oder der Chinese Trusted Blockchain Alliance und entwickelt selbst Blockchain- und Softwarelösungen für die Energiewirtschaft.

Vom Hype zum Einsatz

„Wir befinden uns aktuell in einer Phase der Suche nach realistischen Erwartungen für die Blockchain-Technologie. Die Versorgungswirtschaft beginnt nun, sich auf den ökonomisch sinnvollen Einsatz zu fokussieren und insbesondere die Blockchain-Technologie in die Gesamt-IT-Strategie einzuordnen. Blockchain, so in die Geschäftsprozesse jedes innovativen Versorgers verankert, wird bei der Automatisierung helfen und neue netzwerkbasierte Zusammenarbeit ermöglichen“, führt Raik Kulinna aus, der bei der SAP global verantwortlich für Blockchain in der Versorgungswirtschaft ist.

Clemens Fricke, Vertriebsleiter Versorgungswirtschaft, SAP ergänzt: „Als erfolgsentscheidend sehen wir eine offene Blockchain-Technologiestrategie an, die auch die Zusammenarbeit mit anderen Versorgern unterstützt, die nicht den gleichen ERP-Anbieter (Enterprise Ressource Planning) bevorzugen. Wir glauben, dass Differenzierung in der bestehenden IT-Landschaft stattfinden sollte und dort auch in der engen Abstimmung mit anderen wichtigen Automatisierungstechnologien und insgesamt mit den Lösungen für die digitale Transformation in der Versorgungswirtschaft. “


Studie: "Blockchain in der Energiewirtschaft - Potenziale für Energieversorger"

Wie funktioniert die Blockchain? Welche Möglichkeiten bietet sie der Energiewirtschaft? Bereitet sie den Weg für neue Geschäftsmodelle und erhöhte Effizienz? Der BDEW  hat sich in einer Studie dieser Thematik angenommen – in enger Kooperation mit dem Blockchain-Experten Prof. Dr. Jens Strüker, Geschäftsführer des Instituts für Energiewirtschaft INEWI an der Hochschule Fresenius. Die deutsche Version, auf der die englische Übersetzung aufsetzt, wurde im Oktober 2017 veröffentlicht.

englische Fassung



deutsche Fassung


Das BDEW-Magazin Zweitausend50 hat ein ausführliches Interview mit Prof. Dr. Strücker geführt. Darin erklärt er, warum bei Blockchain-Lösungen für die Energiewirtschaft Deutschland als Vorreiter gilt, wie sich dieser Vorsprung ausbauen lässt und welche Rolle die Versorger dabei spielen.

Weitere Einblicke und konkrete Unternehmensbeispiele bietet zudem der Magazin-Artikel "Die Echtzeit-Energiewirtschaft".


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