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Wasserstoff tanken – grün fahren: Potenziale im Mobilitätssektor

Auch die Verkehrswende kann von CO2-Einsparpotenzialen durch Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb profitieren. Notwendig ist eine strategisch gut ausgebaute Infrastruktur dazu.

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© H2Mobility/ KrumbholzI

Aktuell befinden sich in Deutschland 90 Wasserstofftankstellen. Für den zukünftigen Ausbau von Tankstellen sieht die deutsche Regierung vor allem vor, ein effizientes Wasserstoffnetz zu errichten, das die Interessen von Anbieter- und Nachfrageseite berücksichtigt. Beispielsweise steigt die Nachfrage nach Wasserstoff-Nutzfahrzeugen, während die Zahl nach Wasserstoff-Pkw aktuell vergleichsweise nur langsam wächst.

Es soll gewährleistet werden, dass das Wasserstoffinfrastrukturnetz für beide Seiten attraktiv ist. Unterstützt wird der Ausbau durch die Industrieinitiative H2-Mobility Deutschland. Bereits heute ist die Industrieinitiative für die meisten der Wasserstofftankstellen Deutschlands verantwortlich und somit Spitzenreiter im Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur.

Um eine flächendeckende Versorgung für die kommerzielle Nutzung von Wasserstoff-Pkw gewährleisten zu können, sieht der ADAC eine Anzahl von circa 2.000 Tankstellen vor. Zum Vergleich: In Deutschland können Autofahrer an 14.449 Tankstellen Benzin tanken und an 33.107 Ladepunkten Strom für ihren Elektrowagen beziehen.

Für Wasserstoff-Nutzfahrzeuge sieht dies anders aus. Hier ist nicht auf die Tankstellendichte, sondern die Platzierung zu achten. Diese sollte möglichst nah am Einsatzort sein. Trotz der geringen Dichte zählt Deutschland zur Nummer 1 der Wasserstofftankstellen. 2019 befanden sich bereits 82 der 137 europäischen Wasserstofftankstellen allein in Deutschland.

Wie wird ein Wasserstoff-Fahrzeug betankt? 

Das Betanken eines Wasserstoffautos beträgt gerade einmal ca. 4 Minuten. Grundsätzlich wird Wasserstoff in Form von Gas in 350 oder 700 bar getankt, wobei 350 bar vor allem bei Wasserstoffnutzfahrzeugen zum Einsatz kommt. Durch eine doppelte Druckzufuhr kann dem gleichen Tankvolumen etwa 67% mehr Füllung, aufgrund der Erhöhung der Dichte, zugeführt werden. Weltweit ist man sich dementsprechend einig, einen Ausbau von 700 bar für Wasserstoff-Pkw stärker zu unterstützen, was im Regierungsprogramm für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie ersichtlich wird.

Kann ein Wasserstoff-Fahrzeug mit einem Benziner mithalten?

Die Reichweite im Verhältnis zu den Tankkosten kommt einem durchschnittlichen Benziner nahe. An der Tankstelle rechnet man allerdings nicht in Litern, sondern in Kilogramm. Obwohl der Kilogrammpreis von 9,50 Euro für Wasserstoff auf den ersten Blick abschrecken mag – die Kosten eines Mirai II von Toyota je 100 km sind günstiger als bei einem VW Golf Benziner.

Mirai II Toyota VW Golf 80 PS Benziner
9,50 Euro/kg H2 1,30 Euro/l Benzin
0,76 kg H2/100km 6,4 l/100km
5,6 kg Tankvolumen 55 l Tankvolumen
0,76 kg x 9,50 Euro = 7,22 Euro  6,4 l x 1,30 Euro = 8,32 Euro 


In Zukunft mit der Wasserstoff-Bahn durch Europa?

Neben dem Ausbau von Wasserstoff-Nutzfahrzeugen, wie Bussen und Lastkraftwagen, wird seit Jahren schon an wasserstoffbetriebenem Zugverkehr getüftelt. Die Deutsche Bahn entwirft für 2024 einen Testbetrieb. Der französische Bahntechnikhersteller Alstom hat bereits einen Piloten auf den Gleisen und plant den Ausbau.

Die Zukunft der Wasserstoffmobilität scheint in den Startlöchern zu stehen. Dennoch bleibt spannend, wann und ob der Markthochlauf der Wasserstoffmobilität gelingt.

© H2Mobility/ Krumbholzl


Klimaneutral. Mit Wasserstoff. 

Der BDEW nimmt im Rahmen seiner Kampagne zum Thema den Energieträger in den Fokus und stellt dabei die Leistungen der Energiewirtschaft und ihre innovativen Projekte in den Mittelpunkt.

Bei unserem digitalen Wasserstoff-Talk werden wir gemeinsam die nächsten Schritte für die Umsetzung der EU-Wasserstoffstrategie diskutieren und wie sie mit dem deutschen Fahrplan verzahnt wird. Zusammen mit Experten aus der Praxis wie Dr. Jörg Bergmann von OGE oder Volker Malmen von Ørsted beleuchten wir, was die Unternehmen für den zügigen Aufbau eines deutschen und europäischen Wasserstoffmarktes noch brauchen.

Außerdem erörtern wir unter anderem mit Stefanie Hiesinger von der EU-Kommission und Thorsten Herdan vom BMWi den dafür notwendigen Rechts- und Förderrahmen. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und eine rege Diskussion. Kostenfrei anmelden können Sie sich hier.

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