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Energiewirtschaft ermöglicht Wasserstoff – Empfehlungen

Wasserstoff kann nur im Zusammenspiel mit der Energiewirtschaft seine Potenziale entfalten. Der BDEW zeigt Wege, wie der Aufbau einer erfolgreichen Wasserstoffwirtschaft gelingen kann.

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Wasserstoff kann eine tragende Rolle beim Klimaschutz und dem Energiesystem der Zukunft spielen. Der BDEW zeigt mit der Roadmap Gas Pfade auf, wie durch den Einsatz von klimaneutralen Gasen der Klimaschutz vorangetrieben werden kann und welche Rahmenbedingungen nötig sind.

Vorhandene Infrastrukturen nutzen

Deutschland verfügt über die größten Gasspeicherkapazitäten in der Europäischen Union: 47 Untertage-Gasspeicher sind an insgesamt 38 Standorten über ganz Deutschland verteilt. Sie können über 240 Milliarden Kilowattstunden Arbeitsgas aufnehmen (Quelle: Gas Infrastructure Europe, GIE). Das entspricht gut einem Viertel der in Deutschland im Jahr 2019 verbrauchten Gasmenge.

Die vorhandenen Speicherkapazitäten für Erdgas könnten zum Teil künftig auch für klimaneutrale Gase genutzt werden und somit einen wichtigen Beitrag für eine flexible Energiewende leisten. So ließe sich in sogenannten Untergrund-Kavernenspeichern, die fast zwei Drittel des Volumens der deutschen Gasspeicher ausmachen, bis zu 100 Prozent Wasserstoff speichern. 

Dadurch könnte in Zukunft Strom aus Wind- und Solarenergie in Form von Wasserstoff gespeichert werden, um beispielsweise saisonale Schwankungen in der Stromerzeugung oder im Wärmebedarf auszugleichen. Das bestehende Gasnetz kann Wasserstoff in vielen Gebieten bereits bis zu 10 Prozent aufnehmen. Zukünftig kann die Gasinfrastruktur auf noch größere Mengen ertüchtigt werden. Pilotprojekte erforschen aktuell die Beimischung von bis zu 30 Prozent. 

So kann Wasserstoff gespeichert und über die vorhandenen rund 547.000 Kilometer Gasnetz transportiert werden, das ist mehr als 12 mal rund um die Erde. Damit ist eine wichtige Rahmenbedingung für den vielfältigen Einsatz und die bundesweite Verbreitung bereits gegeben.

Ohne Energiewirtschaft keine Wasserstoffwirtschaft

Damit das große Potenzial von Wasserstoff für den Klimaschutz voll ausgeschöpft werden kann, sollte dieser klimaneutral und zunehmend erneuerbar produziert werden – also zum Beispiel durch Elektrolyse unter Einsatz von Erneuerbarem Strom. Hier nimmt die Energiewirtschaft eine zentrale Rolle ein: Sie liefert den grünen Strom, mit dem künftig ein wesentlicher Anteil des benötigten Wasserstoffs hergestellt werden kann. 

Um dies zu ermöglichen, ist der weitere Ausbau der Erneuerbaren Energien von zentraler Bedeutung. Dazu müssen die noch bestehenden Hemmnisse für Investitionen beseitigt werden, insbesondere für den Ausbau der Windenergie an Land. Deswegen ist es jetzt wichtig, dass die Bundesregierung ihrer Nationalen Wasserstoffstrategie zeitnah Taten folgen lässt.

Kerstin Andreae: „Damit der Hochlauf von Wasserstoff gelingt, braucht es auch einen konsequenten und zügigen Ausbau der Erneuerbaren Energien. Hindernisse für Wind und Photovoltaik sind immer auch Hindernisse für die Erzeugung erneuerbarer Gase.“

Auch nach der Produktion des Wasserstoffs führt an der Energiewirtschaft kein Weg vorbei: Vom Transport in Gasleitungen bis hin zur Nutzung in den verschiedenen Anwendungen, ohne die Branche kann Wasserstoff nicht zum Einsatz kommen. Die Energiewirtschaft engagiert sich bereits heute in vielen Projekten zur Erzeugung von erneuerbarem und dekarbonisierten Gasen sowie in zahlreichen Forschungsprogrammen.

Pragmatische Lösungen finden und Potenziale ausschöpfen

Erfolgreicher Klimaschutz bedeutet, CO2-Emissionen über sämtliche Sektoren hinweg gen Null zu bringen. Besonders große Potenziale hierzu bieten sich durch den Einsatz von Wasserstoff in der Industrie, der Mobilität, der Wärmeversorgung und in Kraftwerken. Mehr dazu finden Sie in unserem Text zu den verschiedenen Anwendungsgebieten

Mit Erneuerbaren Energien erzeugter Wasserstoff kann einen erheblichen Beitrag dazu leisten, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Da dieser noch nicht in ausreichendem Umfang verfügbar ist, kann mit dekarbonisiertem Wasserstoff der Markthochlauf beschleunigt werden. So werden zügig größere Mengen verfügbar, die für eine Umstellung der Infrastruktur und Anwendungstechnologien, insbesondere in der Industrie, notwendig sind.

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