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Wasserstoffmobilität: Energiewende lokal umsetzen

Viele Wasserstoff-Pilotprojekte werden aktuell lokal realisiert, womit auch die Energieeffizienz möglichst hochgehalten werden kann. Gleichzeitig ist das auch eine Chance, Bürgerinnen und Bürger an der Energiewende teilhaben zu lassen. Das Projekt „eFarm“ von GP Joule zeigt, dass bereits große Potentiale erreichbar sind.

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© GP Joule

Auch wenn der Wind kräftig weht, müssen Windkraftanlagen manchmal abgeschälten werden, um die Netzauslastung konstant zu halten. Daher ist es eine gute Möglichkeit, überschüssigen Strom effizient direkt lokal zu nutzen – beispielsweise durch die Erzeugung von grünem Wasserstoff. Wird dieser auch noch in der Region verbraucht, können Effizienzverluste durch Wegstrecken vermieden werden und verschiedenen Anwendungen vor Ort dienen.

In Nordfriesland, Schleswig-Holstein, wurde nun das größte nachhaltige Wasserstoff-Mobilitätsprojekt Deutschlands umgesetzt. An fünf Standorten wird im Kreis grüner Wasserstoff mittels Elektrolyse durch Wind- und Solarenergie mit einer Gesamtleistung von 1,125 MW hergestellt. Damit können zwei Tankstellen in Niebüll und Husum und somit zwei Linienbusse und über 100 PKW versorgt werden. Zudem wird die Abwärme der Elektrolyse zum Heizen von nahegelegenen Häusern und Gewerbegebäuden genutzt. 

Initiiert wurde das Ganze durch ein Verbundprojekt von GP Joule und fungiert zum Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur in der Region. Schon 2016 wurden die Ziele durch eine Machbarkeitsstudie gesetzt und 2020 realisiert. Besonders im Fokus steht hier eine nachhaltige Gemeinschaft aufzubauen und so einen Nutzen zwischen der erneuerbaren Energieproduktion in der Region und dem lokalen Verbrauch an Energie zu schaffen.

Das bedeutet im Verbund Wasserstoff produzieren, transportieren, verarbeiten und vermarkten. Durch die Erfahrung aus erster Hand, soll die Akzeptanz und das Mitwirken der Bürgerinnen und Bürger gesteigert werden. Ein Managementsystem dokumentiert zudem die Einflüsse und Entwicklungen der Bürgermeinungen in einem Monitoringtool. 

Windstrom für die Elektrolyseanlage von GP Joule © GP Joule

Ein weiteres Beispiel für Wasserstoffprojektierung ist das von GP Joule entwickelte Konzept des Stromlückenfüllers, ein Modellprojekt für ein Kombikraftwerk „Power-to-Gas-to-Power“. Dabei wird Strom aus erneuerbaren Quellen mithilfe der PEM-Elektrolyse in Wasserstoff umgewandelt und zwischengespeichert.

Bei Bedarf wird der Wasserstoff dann zusammen mit Biogas aus einer Biogasanlage in einem BHKW wieder verstromt und ins Stromnetz eingespeist. Die Gesamteffizienz bei der Strom- und Wärmenutzung liegt bei bis zu 95 %. So kann die lokal erzeugte Energie auch vor Ort zu einem hohen Effizienzgrad verbraucht werden. 

Best-Practice-Beispiel

Das Projekt wird im Rahmen der BDEW-Wasserstoff-Kampagne als Best-Practice-Beispiel der Woche vorgestellt. Mit einer neuen Kampagne nimmt der BDEW das vielseitig einsetzbare „Energietalent“ Wasserstoff in den Fokus. Die Kampagne umfasst verschiedene Kommunikationsmaßnahmen von der Pressearbeit, über Social Media bis hin zu Veranstaltungen. Auf der Kampagnen-Webseite stellt der BDEW u.a. wöchentlich neue Best-Practice-Projekte von Mitgliedsunternehmen vor. Möchten auch Sie sich mit Ihrem Wasserstoffprojekt beteiligen? Melden Sie sich gern bei uns und nutzen auch den gemeinsamen Kampagnenhashtag #Energietalent.


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BDEW veröffentlicht neues Online-Magazin Zweitausend50

Von Print zu digital: Das BDEW-Magazin Zweitausend50 ist als Online-Magazin an den Start gegangen. Im Mittelpunkt der ersten Ausgabe: Europa 


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