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Digital@EVU 2019: EVU erwarten hohe Einsparungen durch Digitalisierungsmaßnahmen

 

Zum zweiten Mal hat die umfangreiche jährliche Analyse des Digitalisierungsfortschritts der Energiebranche unter dem Titel „Digital@EVU“ stattgefunden. Die 80 teilnehmenden Energieversorgungsunternehmen bilden einen Querschnitt der deutschen Energiebranche.

 

Sowohl kleine Stadtwerke, reine Gasanbieter und Netzbetreiber als auch große integrierte Energieversorger haben an Digital@EVU 2019 teilgenommen. In der Studie wurden die teilnehmenden Unternehmen unter anderem nach erwarteten zusätzlichen Gewinnen durch Digitalisierungsmaßnahmen, digitale Angebote und Technologien sowie nach Einsparpotenzialen gefragt. Projiziert man die Ergebnisse aus der Umfrage auf die gesamte deutsche Energiewirtschaft, werden branchenweit bis 2025 ein zusätzlicher Umsatz von 7,7 Mrd. € sowie Einsparungen in Höhe von 7,8 Mrd. € erwartet. Diese Ergebnisse zeigen, dass die Energiewirtschaft Chancen und Potenziale erkannt hat, die sich aus der Digitalisierung und dem Umbau des Energiesystems ergeben. Ein Selbstläufer ist dies allerdings nicht, denn aktuell liegt das Umsatzniveau mit digitalen und digitalgestützten Produkten bei nur 2,8 Mrd. € (Projektion der Ergebnisse auf die gesamte Branche).

 


 

Weitere Ergebnisse

Die Studienergebnisse machen deutlich, dass die Energiebranche im vergangenen Jahr eine hohe Dynamik im Digitalisierungsbereich entwickelt hat: etwa die Hälfte der Unternehmen setzt gerade Digitalisierungsstrategien um, während die andere Hälfte gerade diese Strategien noch entwickeln. Die digitale Transformation bewirkt außerdem einen Wandel in der Wertschöpfung. Zu den Top Umsatzbringern im digitalen Bereich gehören Digitale Self-Service-Portale und E-Mobilitäts-Lösungen. EVU wollen insbesondere ihre Fähigkeiten weiterentwickeln, um Prozesse zu digitalisieren und zu optimieren und um digitale Trends zu verstehen und Impulse zu liefern. Ein wichtiges Instrument, um die Digitalisierung zu meistern, sind dabei agile Methoden. 75 Prozent der EVU sehen einen hohen Nutzen in (Big) Data Analytics. Es gibt jedoch aktuell drei wesentliche Hürden: eine fehlende einheitliche Datenbasis, fehlende Fähigkeiten der Mitarbeitenden und fehlende Fähigkeiten der IT, Massendaten zu bearbeiten. Auch bei der Kundenzentrierung bestehen noch erhebliche Potenziale: Bisher analysiert erst ein Viertel der teilnehmenden Unternehmen die Daten aus digitalen Kundeninteraktionen, um die eigenen Angebote weiterzuentwickeln. Dazu passt, dass 70 Prozent ihre digitalen Fähigkeiten noch nicht als ausreichend ausgeprägt einschätzen.

Kooperationen verhelfen EVU zu einem hohen Digitalisierungsgrad

Ein vielseitiges Partner-Ökosystem verhilft EVU zu einer schnelleren und umfassenderen Digitalisierung. Unsere Studie zeigt: Je vielseitiger die Kooperationen, desto fortgeschrittener die digitale Transformation. Nur ein Bruchteil der Partnerschaften entfällt bisher auf Start-ups, die Mehrheit entfällt auf Universitäten und etablierte Unternehmen. Im Bereich der Prozessdigitalisierung besteht bei den meisten EVU noch Ausbaupotenzial. Im Durchschnitt schätzen sich nur etwa 16 Prozent der Unternehmen in ihrer Prozessautomatisierung als fortgeschritten ein. Die häufigsten, bereits digitalisierten Anwendungen sind digitales Planwerk, Infrastruktur für E-Mobilität und digitale Echtzeit-Einsatzplanung/Workforce-Management.

Dafür schätzen EVU die Datensicherheit und den Datenschutz als gut ein. Maßnahmen zur Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben zum Datenschutz und zur IT-Sicherheit sind bei allen teilnehmenden Unternehmen umgesetzt. Es bleiben jedoch Rechtsunsicherheiten bezüglich der Nutzung von Kundendaten bestehen und sind bei einem Viertel der Unternehmen ein Grund, keine Datenanalysen durchzuführen.

Über Digital@EVU

Das Online-Tool Digital@EVU wurde 2016 vom BDEW gemeinsam mit Kearney und IMP3ROVE entwickelt und unterstützt Unternehmen der Energiewirtschaft dabei, ihren individuellen Digitalisierungsgrad zu ermitteln. Zudem zeigt es gezielt Verbesserungspotenziale auf und bietet einen Branchenbenchmark. Die teilnehmenden Energieversorgungsunternehmen bilden einen Querschnitt über die Energiebranche von kleinen Stadtwerken über reine Gasanbieter bis hin zu großen, integrierten Energieversorgern.


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