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Biomethan: Erneuerbar, speicherbar, flexibel

Als regelbarer Energieträger kann Bio-Erdgas in die bestehende Erdgasinfrastruktur eingespeist werden. Die Anwendungsmöglichkeiten sind enorm vielseitig und können einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten.

Biomethan ist ein erneuerbarer Energieträger, der in die bestehende Erdgasinfrastruktur eingespeist und dort gespeichert werden kann. Die Eigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten sind identisch mit denen von normalem Erdgas. Vor allem kann Biomethan einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten, denn als Energieträger ist es nahezu CO2-neutral.

Biomethan bzw. Bio-Erdgas wird aus natürlichen Rohstoffen hergestellt. Bei der Verbrennung wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie während des Wachstums der Pflanzen aus der Umgebung gebunden wurde. Damit hat es eine der besten Ökobilanzen. Um das Gas auf Erdgasqualität aufzubereiten, wird es mit Hilfe spezieller Verfahren gereinigt, entschwefelt und getrocknet. So mit demselben Methangehalt wie Erdgas ausgestattet, kann Biomethan ohne Einschränkung in das bestehende Erdgasnetz eingespeist werden.

Die Biogasbranche setzt in Deutschland rund 8 Mrd. Euro um und sichert rund 40.000 Arbeitsplätze.

Dies führt zu regionaler Wertschöpfung auch in strukturschwachen Gegenden der Bundesrepublik.

Anwendungsbereiche von Biomethan

Biomethan ist in der Lage, sowohl grundlastorientierte als auch bedarfsorientierte Aufgaben zu übernehmen. Biomethan ist damit schon jetzt – insbesondere in Kombination mit dezentralen, flexiblen KWK-Anlagen – CO2-neutraler Partner einer zunehmend durch Wind und PV geprägten, schwankenden Stromerzeugung. Im Wärmemarkt kann es dazu beitragen, den erneuerbaren

Anteil an der Wärmeerzeugung (Ziel 2020: 14 Prozent Erneuerbare Energien) durch eine Beimischquote oder als Substitut von Erdgas zu erhöhen. Insbesondere in verdichteten städtischen Räumen, in denen weder elektrische Wärmepumpen noch Pelletkessel umfassend zum Einsatz kommen können, der Wohnungsmarkt keine weiteren Mietsteigerungen durch umfassende Modernisierungen verträgt und vielfach auch aus baulichen Gründen der Energiebedarf nicht unbegrenzt gesenkt werden kann, ist Biomethan eine der effizientesten und ökologischsten Optionen für CO2-Einsparungen. Als klimaneutrales Äquivalent zu Erdgas kann es zudem sofort in der industriellen Nutzung und auch im Verkehrssektor zum Einsatz kommen.

2016 haben 196 Anlagen mit einer Kapazität von 880 Millionen Normkubikmetern (Nm³) pro Jahr eine Menge von 9,4 Terawattstunden Biomethan in das Erdgasnetz eingespeist. Die Potenziale von Biogas sind damit noch nicht ausgeschöpft. Wenn mehr Biogasanlagen auf Einspeisung umgestellt und neue Anlagen effizienter und modernen werden, könnte 2030 das Zehnfache an Biomethan zur Verfügung stehen – nicht nur aus Reststoffen, Gülle, nachhaltig und gewässerverträglich angebauten Energiepflanzen und Stroh, sondern perspektivisch auch aus Algen. 

Bio-Erdgas bietet vielfältige Anwendungsmöglichkeiten

BDEW_Erdgas-Biomethan_Anwendungsmoeglichkeiten


Die Tank-oder-Teller Diskussion: Fragen, Antworten und Argumente

Seit mehreren Jahren wird die Erzeugung von Bioenergie aus landwirtschaftlichen Rohstoffen unter dem Stichwort Tank-oder-Teller immer wieder kontrovers diskutiert: Steht der Anbau von Energiepflanzen in einem Zusammenhang mit Nahrungsmittelkrisen oder Hungerkatastrophen? Wie groß ist der Anteil der Ackerflächen in Deutschland, der für den Anbau von Energiepflanzen genutzt wird? Sind Biogasanlagen für den Menschen gefährlich und steht die Biogas-Erzeugung in Zusammenhang mit der „Vermaisung“ in Deutschland? Unsere Broschüre greift die gängigsten Fragen, Thesen und Mutmaßungen auf und stellt sie den Fakten gegenüber – für eine sachliche Diskussion.


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