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Wasserstoff ist ein europäisches Projekt: Gemeinsam ans Ziel

Nur im europäischen Verbund lässt sich eine Wasserstoffwirtschaft erfolgreich aufbauen. Der Energieträger muss sich in das bestehende Energiesystem einfügen. Die notwendigen Rahmenbedingungen dafür haben wir hier zusammengestellt.

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Der Einstieg in eine Wasserstoffwirtschaft gelingt nur mit enger europäischer Zusammenarbeit. Kein EU-Staat ist allein in der Lage, ausreichend Wasserstoff zu produzieren, die Infrastruktur aufzubauen und sich auf dem internationalen Markt zu behaupten. Mit Allianzen kann Wasserstoff aber zu einer Erfolgsgeschichte werden.

Kerstin Andreae: „Der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft kann nur als europäisches Projekt gelingen.“

European Green Deal: EU-Wasserstoffstrategie liegt vor

Die Europäische Kommission hat eine Strategie entwickelt, wie Wasserstoff zur Reduzierung der CO2-Emissionen beitragen kann. Sie schlägt Maßnahmen vor zur Gestaltung der Rahmenbedingungen für Investitionen, Regulierung, den Aufbau von Märkten sowie Forschung und Innovation.

Vorrangiges Ziel der EU-Wasserstoffstrategie ist, die Produktion von grünem Wasserstoff zu befördern. In einem stufenweisen Ansatz sollen bis zum Jahr 2030 Elektrolyseure mit einer Leistung von mindestens 40 Gigawatt installiert und 10 Millionen Tonnen grüner Wasserstoff erzeugt werden. Kurz- und mittelfristig bedarf es laut der EU-Strategie jedoch auch andere Formen CO2-armen Wasserstoffs, um die Emissionen rasch zu senken und die Entwicklung eines tragfähigen Marktes zu unterstützen.

EU-Wasserstoffstrategie: Erste Schlussfolgerungen

Die europäischen Energieminister haben in ihren Schlussfolgerungen zur EU-Wasserstoffstrategie im Dezember 2020 einerseits deutlich gemacht, dass der Fokus auf der Erzeugung erneuerbaren Wasserstoffs liegt, andererseits erkennen sie aber die wichtige Rolle anderer klimaneutralen Gase wie blauem oder türkisem Wasserstoff für den Hochlauf einer europäischen Wasserstoffwirtschaft an. Außerdem sehen Sie die Notwendigkeit, den Wasserstoffmarkt auf den Regeln und Prinzipien des Energiebinnenmarktes aufzubauen und eine stärker integrierte Netzplanung für alle Energieträger zu schaffen.

Die EU-Wasserstoffstrategie setzt auf die Verwendung von Wasserstoff in allen Sektoren, in denen eine Dekarbonisierung durch Energieeffizienz und direkte Elektrifizierung schwierig ist. Der Fokus liegt dabei auf der Industrie und dem Schwerlastverkehr. Die Potenziale für den Klimaschutz im Wärmemarkt und durch die Beimischung von Wasserstoff in Gasnetz werden unzureichend berücksichtigt. Auch die Schlussfolgerungen der Energieminister lassen diese Chancen ungenutzt.

In Bezug auf die Infrastruktur bleiben ebenfalls noch wichtige Punkte offen. Bereits heute kann Wasserstoff ins Gasnetz beigemischt werden und so dabei helfen, CO2-Emissionen zu senken. Diese Chance zum Klimaschutz sollte genutzt werden. Außerdem kann so der Hochlauf einer Wasserstoffwirtschaft frühzeitig vorangetrieben werden. Auch im Hinblick auf die volkswirtschaftliche Effizienz sollte der Aufbau einer umfangreichen, parallelen Infrastruktur vermieden werden, soweit dies nicht im Einzelfall kostengünstiger ist. Ein intelligenter EU-Förderrahmen für europäische Infrastrukturprojekte kann helfen, den sogenannten „H2-backbone“ für ganz Europa aufzubauen.

Europäischer Wasserstoffmarkt: Was ist notwendig?

Wichtig bei dem Aufbau eines europäischen Wasserstoffmarktes ist es insbesondere, einheitliche Definitionen und ein Handelssystem für erneuerbare und dekarbonisierte Gase festzulegen. Ziel sollte sein, klimaneutrale Gase grenzüberschreitend handeln zu können. Der BDEW schlägt hierzu ein standardisiertes, transparentes System für Herkunfts- und Nachhaltigkeitsnachweise vor. Gleichzeitig sollten bei der Einspeisung und beim Transport von Wasserstoff technische Grenzen so festgelegt werden, dass keine Hindernisse für den grenzüberschreitenden Handel mit Gas entstehen. Details dazu finden Sie im BDEW-Positionspapier zum EU-Rahmen für erneuerbare und dekarbonisierte Gase.

Wasserstoffimporte aus Drittländern sollten bereits heute vorbereitet werden, sodass mittel- und langfristig ausreichende Mengen verfügbar sind, wenn die Nachfrage die heimischen Erzeugungspotenziale übersteigt. Auch hier ist eine enge europäische Zusammenarbeit essenziell. Nur so können die Potenziale eines globalen Wasserstoffmarktes sinnvoll genutzt werden.

Ausbau Erneuerbarer Energien gemeinsam vorantreiben

Damit langfristig genügend grüner Wasserstoff verfügbar ist, muss auch auf europäischer Ebene dringend der Ausbau der Erneuerbaren Energien weiter vorangetrieben werden. Insbesondere die Offshore-Windenergie bietet hier große Potenziale, denn auch hier ist ein gemeinsames Vorgehen in Europa besonders sinnvoll.

Kerstin Andreae: „Vor den Küsten Europas schlummert großes Potenzial zur Nutzung Erneuerbarer Energien, die für den EU-Green Deal und die Erreichung der Klimaneutralität der EU unverzichtbar sind.“

Die EU-Strategie für erneuerbare Offshore-Energie der EU-Kommission formuliert erstmalig klare europäische Ausbauziele von 300 GW Offshore-Windenergie und 40 GW Meeresenergie bis 2050. Auch wenn einige Studien belegen, dass weitere Potenziale erschlossen werden könnten, sind diese ein wichtiges Signal für die Windenergiebranche. Das Zwischenziel von 60 GW Offshore-Windenergie bis 2030 darf nur als Mindestmaß gesehen werden, da allein die Bundesregierung mit dem gerade novellierten Windenergie-auf-See-Gesetz für Deutschland eine installierte Leistung von 20 GW bis 2030 in Nord- und Ostsee anstrebt.

Eine klare Empfehlung zur Fördersystematik für Offshore-Windenergie sollte im Hinblick auf die Umsetzung der Strategie ergänzt werden: Wichtig für Großprojekte wie Offshore-Windenergieanlagen ist ein verlässlicher und gleichzeitig marktwirtschaftlicher Investitionsrahmen wie ihn die vom BDEW vorgeschlagenen Differenzverträge in Form der symmetrischen Marktprämie vorsehen.

European Clean Hydrogen Alliance

Um die Umsetzung der EU-Wasserstoffstrategie zu unterstützen, hat die Kommission die „European Clean Hydrogen Alliance“ ins Leben gerufen. Vorrangige Aufgabe dieses Zusammenschlusses aus EU-Mitgliedsstaaten, Unternehmen, Zivilgesellschaft, Verbänden und Wissenschaft ist es, Investitionsprojekte entlang der Wasserstoffwertschöpfungskette zu identifizieren. Auch der BDEW ist Teil der Allianz.

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