Ein durchschnittlicher Aufstellpool mit 3,66 Metern Durchmesser fasst rund 6.500 Liter Wasser. Das entspricht mehr als dem 52-fachen des durchschnittlichen täglichen Trinkwassergebrauchs einer Person in Deutschland.
Im vergangenen Jahr lag der durchschnittliche Trinkwassergebrauch pro Person und Tag bei 123 Litern. Seit 1990 ist dieser Wert um rund 16 Prozent gesunken – damals lag er noch bei durchschnittlich 147 Litern pro Person und Tag.
An heißen Sommertagen kann die Trinkwassernachfrage jedoch deutlich höher ausfallen. Bei großer Hitze kann der Bedarf der Haushalte um bis zu 60 Prozent steigen. Die Menschen bewässern ihre Gärten, duschen häufiger und immer mehr Haushalte besitzen Pools, die mit mehreren Tausend Litern Wasser befüllt werden.
„Der häufigste Grund für technische Engpässe in der Trinkwasserversorgung war in den vergangenen Sommern nicht Wassermangel, sondern, dass an heißen Sommertagen zu viel Wasser auf einmal angefordert wird“, erklärt Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser. „Das kann die Systeme überfordern, deren Pumpleistung, Aufbereitungs- oder Leitungs- und Hochbehälterkapazitäten auf einen niedrigeren Bedarf zugeschnitten sind. Können diese Systeme nicht mehr genügend Wasser pro Zeiteinheit weiterleiten, müssen Gemeinden kurzfristig Gartenbewässerung und Poolbefüllungen untersagen. Das gibt den Speichern Zeit, sich wieder zu füllen und die Trinkwasserversorgung zu sichern. Denn die hat absolute Priorität.“
In den allermeisten Regionen seien die Kapazitäten auch in Hitzeperioden ausreichend. Um das Versorgungssystem zu entlasten sei es aber dennoch sinnvoll, beispielsweise die Gartenbewässerung nicht während der Tages-hitze durchzuführen oder Swimmingpools nicht zu den Hauptverbrauchszeiten am Vormittag oder frühen Abend zu befüllen.
„Der Klimawandel schreitet voran und seine Folgen machen sich immer deutlicher bemerkbar. Vor diesem Hintergrund ist es notwendig, mit den Trinkwasserressourcen sorgsam umzugehen. Dies ist auch eine Herausforderung für die Wasserversorgung. Zwar haben wir in Deutschland grundsätzlich ausreichend Wasserressourcen, um den menschlichen Bedarf mit Trinkwasser zu decken, aber diese Ressourcen sind in Deutschland ungleichmäßig verteilt. Der Klimawandel macht eine stärkere Anpassung der Verhaltensweisen und Infrastrukturen erforderlich“, sagt Weyand.
„Um die Versorgung auch künftig sicherzustellen, sind unter anderem weitere Investitionen in die Wasserinfrastruktur, den Ausbau regionaler Verbundsysteme sowie ein effizienter und nachhaltiger Umgang mit Wasser erforderlich. Deshalb muss die Wasserwirtschaft von den Infrastrukturfördermitteln des Bundes profitieren. Wir müssen heute die richtigen Investitionsentscheidungen treffen, um auch morgen eine sichere und qualitativ hochwertige Wasserversorgung gewährleisten zu können.“
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