Das Verbändepapier skizziert einen konkreten Instrumentenansatz zur Beschleunigung des Wasserstoffmarkthochlaufs in Deutschland. Ausgangspunkt ist die Diagnose struktureller Hemmnisse: Eine anhaltende Preislücke zwischen Produktionskosten und Zahlungsbereitschaft der Abnehmer sowie erhebliche regulatorische Unsicherheiten verhindern derzeit Investitionsentscheidungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Zur Überwindung dieser Blockade schlagen die Verbände ein kombiniertes Förderregime vor. Zentrales Element ist ein CfD-Mechanismus (Differenzkostenverträge), der die ökonomische Lücke zwischen Angebot und Nachfrage dynamisch ausgleicht und so Investitionssicherheit schafft. Ergänzt werden soll dieser Ansatz durch staatliche Garantieinstrumente, die nicht beherrschbare Risiken – etwa Kontrahenten-, Infrastruktur- oder ordnungspolitische Risiken – absichern und die Finanzierbarkeit („Bankability“) von Projekten verbessern.
Eine Schlüsselrolle kommt dabei sogenannten Midstreamern zu, die als Intermediäre Angebot und Nachfrage bündeln, Portfoliorisiken managen und auch kleineren Marktakteuren Zugang ermöglichen. Durch wettbewerbliche Ausschreibungen und gebündelte Vertragsstrukturen sollen Effizienzpotenziale gehoben und Fördermittel zielgerichtet eingesetzt werden.
Langfristig zielt das Konzept auf einen marktbasierten Wasserstoffmarkt. Kurzfristig sehen die Autoren jedoch einen klaren staatlichen Handlungsauftrag: Die notwendigen finanziellen Mittel und regulatorischen Grundlagen – insbesondere im Bundeshaushalt 2027 – müssen zügig geschaffen werden, um den Hochlauf anzustoßen und industriepolitische sowie klimapolitische Ziele zu sichern.