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BDEW-Diskussionspapier Systembetrieb 2030

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) hat im Mai den Branchendialog „Systembetrieb 2030“ begonnen. Der BDEW beteiligt sich aktiv an diesem Prozess.

Das zukünftige Stromsystem stellt uns mit dem zunehmenden Ausbau der Erneuerbaren vor neue Herausforderungen. Mit ihrem Ausbau steigt der Anteil dezentraler und dargebotsabhängiger Erzeugung im Stromsystem. Damit einher geht eine zunehmende Unsicherheit in der regionalen Erzeugungssituation im System, die vor allem auf Prognoseunsicherheiten der witterungsbedingten EE-Einspeisung zurückzuführen ist. Auf diese muss sowohl aus Gründen der Systembilanz als auch aufgrund der Engpasslage im Netz reagiert werden. Der zunehmende Wert von Flexibilität führt zusätzlich zu einem starken Zubau insbesondere kurzfristig steuerbarer Anlagen, wie Batteriespeichern sowie einer erhöhten Marktteilnahme flexibler Verbraucher. Dieser erfolgt im Wesentlichen orientiert an den verfügbaren Netzanschlusskapazitäten, jedoch ohne Berücksichtigung bestehender oder absehbarer Netzengpässe im Stromnetz. Durch den Einsatz gebotszonenweiter und kurzfristiger Flexibilitäten, die speziell zur Kompensation kurzfristiger Prognoseabweichungen im Erzeugungsdargebot dienen, können lokale Netzengpasssituationen zusätzlich verstärkt werden – bis hin zu aktuell bereits „systemgefährdenden“ Netzengpasssituationen.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) hat am 27. Mai 2026 den Branchendialog „Systembetrieb 2030“ begonnen, um die genannten Herausforderungen zu adressieren und der BDEW beteiligt sich aktiv an diesem Prozess. Für die Energiewirtschaft ist der Branchendialog von besonderer Bedeutung, da die Lösung der Herausforderungen eine Anpassung des zukünftigen Marktdesigns erforderlich machen kann. Zur Begleitung des Prozesses hat der BDEW vor einiger Zeit eine Arbeitsgruppe eingesetzt und in den letzten Wochen an einem Diskussionspapier zum Thema gearbeitet. Das Papier wurde nun fertiggestellt und stellt den Auftakt der BDEW-Positionierung dar. Ziel ist es auf Basis des Diskussionspapiers im kommenden Prozess die BDEW-Positionierung weiter auszuarbeiten.

Zentrale Forderungen des Diskussionspapiers

Aus Sicht des BDEW muss der Lösungsraum geöffnet werden und die marktbasierte Beschaffung von Flexibilität als mögliches Instrument im weiteren Prozess dringend mit aufgenommen werden. Dieser Ansatz kann auch kurzfristige Netzengpässe stärker marktlich adressieren, erfordert jedoch eine sorgfältige Ausgestaltung. Darüber hinaus sollten die dargestellten Voraussetzungen für eine Wirksamkeit sowie Risken und Herausforderungen der im Branchenprozess vorgestellten Instrumente - die netztechnischen Rahmenvorgaben sowie die lokalen Stromhandelsgebiete kurz vor Echtzeit - bei der Bewertung der Lösungsoptionen berücksichtigt werden.

Grundsätzlich spricht sich der BDEW dafür aus, dass nun eine vertiefte, wertschöpfungsstufenübergreifende Prüfung aller diskutierten Instrumente stattfindet. Dies umfasst die netztechnische Rahmenvorgaben, lokale Stromhandelsgebiete vor Echtzeit sowie zwingend die marktbasierte Beschaffung von Flexibilität. Dabei sind insbesondere die jeweiligen Vor- und Nachteile sowie Wechselwirkungen zu untersuchen. Auf Basis der vorliegenden Erkenntnisse ist eine tatsächliche Bewertung der im Raum stehenden Instrumente jedoch nicht möglich. Es braucht eine nachvollziehbare und klare Datengrundlage, die seitens des BMWE geschaffen werden sollte, um die verschiedenen Optionen bewerten zu können. Eine solche Datengrundlage sollte insbesondere die Bedarfe im Spitzenredispatch sowie die Herausforderungen durch kurzfristige Fahrplanänderungen quantifizieren und anhand von Modellen belegen. Die dafür getroffenen Annahmen müssen ebenfalls transparent dargelegt werden. Auch die Auswirkungen der vom BMWE vorgeschlagenen und darüber hinaus eingebrachten Instrumente auf die Netzengpasssituationen sowie auf den Markt und das Investitionsumfeld sollten anhand von Modellen bewertet und dargelegt werden.

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