In der aktuell geopolitisch fragilen Welt verbindet die Transformation des deutschen Energiesystems ökologische Anforderungen mit wichtigen Fragen der Sicherheit und Resilienz des Wirtschaftsstandorts. Vor diesem Hintergrund wird die Dekarbonisierung zunehmend zu einem zentralen Baustein für die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern, die fortschreitende Modernisierung des Wirtschaftsstandorts Deutschland und die Sicherung unserer industriellen Resilienz. Der vierte Fortschrittsmonitor von BDEW und EY (Download am Ende der Seite) liefert eine Bestandsaufnahme der Energiewende mit konkreten Handlungsempfehlungen für diese herausfordernde Transformation.
Unsere Analyse zeigt: Der Ausbau der Erneuerbaren Energien (EE) wird weiterhin stark von der Dynamik beim Ausbau der Photovoltaik bestimmt. Der Ausbau der Windkraft gewinnt zwar an Dynamik, liegt jedoch immer noch unterhalb der erforderlichen Zielwerte. Der Anteil an EE am Bruttostromverbrauch ist im Jahr 2025 auf 56 % angestiegen. Der Rückgang klimaschädlicher Emissionen in Deutschland schreitet weiter voran, hat sich allerdings verlangsamt. Bis einschließlich 2025 konnten Emissionsminderungen von 48 % gegenüber 1990 realisiert werden. Die Emissionslücke zum Klimaziel für 2030 gegenüber dem Vorjahr ist größer geworden.
Der noch verhaltene Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft, die komplexen Hürden der Wärmewende und die erheblichen Investitionsbedarfe der Netzinfrastruktur zeigen die Herausforderungen bei der Umsetzung der Energiewende. Weiterhin bleibt die Verkehrswende weit hinter den klimapolitischen Ambitionen zurück.
Während der Ausbau der heimischen erneuerbaren Erzeugungskapazitäten die Resilienz stärkt, sind eine weiterhin verlässliche und zunehmend digital gesteuerte Netzinfrastruktur, der Ausbau steuerbarer Kapazitäten, die Integration von Speichern sowie der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft entscheidend, um die Versorgungssicherheit des Energiesystems bei zunehmender Flexibilität zu gewährleisten und die Energiewende erfolgreich voranzutreiben.
Der Übergang zu einem auf erneuerbarem Strom basierenden Energiesystem ist ein Wachstumstreiber und fördert die Wettbewerbsfähigkeit. Der Monitor zeigt, wie die Transformation langfristig die Kosten senken kann, die Versorgungssicherheit und Resilienz steigert und das Fundament für die digitale und industrielle Zukunft Deutschlands bildet.
Der „Fortschrittsmonitor 2026“ zeigt, wo die Transformation des Energiesystems vorankommt und wo in der Umsetzung Handlungsbedarf besteht. Der Fortschrittsmonitor analysiert die Zielerreichung
- beim Ausbau der Erneuerbaren Energien,
- bei erneuerbaren und kohlenstoffarmen Gasen,
- bei den Energienetzen sowie
- bei der Umsetzung der Wärme- und Verkehrswende.
Der Monitor zeigt konkrete Handlungsempfehlungen auf, um die Transformation des Energiesystems von der Ambition in die konkrete Umsetzung eines resilienten und unabhängigeren Energiesystems zu führen.
Webinar für BDEW-Mitgliedsunternehmen
Am 08. Juni 2026 veranstaltet der BDEW einen Austausch mit Kerstin Andreae zum Fortschrittsmonitor Energiewende. Registrierte Mitglieder können sich hier anmelden.