Fortschrittsmonitor Energiewende 2026

Wo steht die Energiewende in Deutschland? Der Fortschrittsmonitor Energiewende liefert Zahlen, Trends und Analysen.

In der aktuell geopolitisch fragilen Welt verbindet die Transformation des deutschen Energiesystems ökologische Anforderungen mit wichtigen Fragen der Sicherheit und Resilienz des Wirtschaftsstandorts. Vor diesem Hintergrund wird die Dekarbonisierung zunehmend zu einem zentralen Baustein für die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern, die fortschreitende Modernisierung des Wirtschaftsstandorts Deutschland und die Sicherung unserer industriellen Resilienz. Der vierte Fortschrittsmonitor von BDEW und EY (Download am Ende der Seite) liefert eine Bestandsaufnahme der Energiewende mit konkreten Handlungsempfehlungen für diese herausfordernde Transformation.

Unsere Analyse zeigt: Der Ausbau der Erneuerbaren Energien (EE) wird weiterhin stark von der Dynamik beim Ausbau der Photovoltaik bestimmt. Der Ausbau der Windkraft gewinnt zwar an Dynamik, liegt jedoch immer noch unterhalb der erforderlichen Zielwerte. Der Anteil an EE am Bruttostromverbrauch ist im Jahr 2025 auf 56 % angestiegen. Der Rückgang klimaschädlicher Emissionen in Deutschland schreitet weiter voran, hat sich allerdings verlangsamt. Bis einschließlich 2025 konnten Emissionsminderungen von 48 % gegenüber 1990 realisiert werden. Die Emissionslücke zum Klimaziel für 2030 gegenüber dem Vorjahr ist größer geworden.

Der noch verhaltene Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft, die komplexen Hürden der Wärmewende und die erheblichen Investitionsbedarfe der Netzinfrastruktur zeigen die Herausforderungen bei der Umsetzung der Energiewende. Weiterhin bleibt die Verkehrswende weit hinter den klimapolitischen Ambitionen zurück.

Während der Ausbau der heimischen erneuerbaren Erzeugungskapazitäten die Resilienz stärkt, sind eine weiterhin verlässliche und zunehmend digital gesteuerte Netzinfrastruktur, der Ausbau steuerbarer Kapazitäten, die Integration von Speichern sowie der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft entscheidend, um die Versorgungssicherheit des Energiesystems bei zunehmender Flexibilität zu gewährleisten und die Energiewende erfolgreich voranzutreiben.

Der Übergang zu einem auf erneuerbarem Strom basierenden Energiesystem ist ein Wachstumstreiber und fördert die Wettbewerbsfähigkeit. Der Monitor zeigt, wie die Transformation langfristig die Kosten senken kann, die Versorgungssicherheit und Resilienz steigert und das Fundament für die digitale und industrielle Zukunft Deutschlands bildet.

Der „Fortschrittsmonitor 2026“ zeigt, wo die Transformation des Energiesystems vorankommt und wo in der Umsetzung Handlungsbedarf besteht. Der Fortschrittsmonitor analysiert die Zielerreichung

  • beim Ausbau der Erneuerbaren Energien,
  • bei erneuerbaren und kohlenstoffarmen Gasen,
  • bei den Energienetzen sowie
  • bei der Umsetzung der Wärme- und Verkehrswende.

Der Monitor zeigt konkrete Handlungsempfehlungen auf, um die Transformation des Energiesystems von der Ambition in die konkrete Umsetzung eines resilienten und unabhängigeren Energiesystems zu führen.


Webinar für BDEW-Mitgliedsunternehmen

Am 08. Juni 2026 veranstaltet der BDEW einen Austausch mit Kerstin Andreae zum Fortschrittsmonitor Energiewende. Registrierte Mitglieder können sich hier anmelden.


 

Management Summary: Die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick

Trotz eines nur noch marginalen Rückgangs der Treibhausgasemissionen von 2024 auf 2025 und eines damit gefährdeten Reduktionspfads bis 2030 zeigt die strukturelle Entwicklung des Energiesystems bereits heute den Weg zu einer effizienteren, kostengünstigeren und resilienteren Energiezukunft. Ein zunehmend strombasiertes Energiesystem wird zum zentralen Treiber von Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Dekarbonisierung.

Mit höherer Effizienz elektrischer Anwendungen und niedrigen Grenzkosten aus erneuerbarer Stromerzeugung kann auch der steigende Energiebedarf digitaler Zukunftstechnologien bedient werden. Entscheidend ist ein klar an Effizienz ausgerichtetes Zusammenspiel aus Erzeugung, Netzen, Speichern und Nachfrageflexibilität. Auf diese Weise kann ein skalierbares, robustes und kosteneffizientes Energiesystem als neues volkswirtschaftliches Fundament entstehen.

Der Anteil erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch wuchs im letzten Jahr eher verhalten und erreicht 2025 rund 56 %. Damit liegt er noch knapp über dem indikativen EEG‑Zielpfad. Photovoltaik bleibt mit einem Rekordzubau von 17,6 GW der zentrale Wachstumstreiber, während sich der Ausbau der Windenergie – insbesondere offshore – zu langsam entwickelt. Deutliche Fortschritte bei Genehmigungen und Flächenausweisungen sind weiter klar erkennbar.

Gleichzeitig gewinnen Batteriespeicher zunehmend an Bedeutung für Flexibilität und Systemintegration der erneuerbaren Stromerzeugung. Insgesamt ist eine weitere Stärkung des Ausbaus von Windenergie, Flexibilitäten und Netzen erforderlich, um die energiepolitischen Ziele verlässlich zu erreichen.

Erneuerbare und kohlenstoffarme Gase sind ein zentraler Baustein der Energiewende, ihr Markthochlauf bleibt jedoch hinter den Zielsetzungen zurück. Zwar steigt die Wasserstoffproduktion leicht an, basiert jedoch weiterhin überwiegend auf fossilen Quellen. Der unzureichende Ausbau der Elektrolysekapazitäten macht die Zielerreichung von 10 GW bis 2030 zunehmend unwahrscheinlich.

Gleichzeitig bleibt erneuerbarer Wasserstoff kostenintensiv und regulatorisch viel zu bürokratisch. Biogas und Biomethan gewinnen als flexible, sektorübergreifende Energieträger an Bedeutung. Für einen erfolgreichen Hochlauf des Wasserstoffmarkts sind verlässliche, einfache Rahmenbedingungen und gezielte Förderimpulse entscheidend.

Der Ausbau der Stromnetzinfrastruktur gewinnt weiter an Dynamik und wird zunehmend durch die Digitalisierung unterstützt. Eine verlässliche und langfristig auskömmliche regulatorische Ausgestaltung ist dabei zentrale Voraussetzung für die Mobilisierung der notwendigen Investitionen.

Parallel dazu ist die Transformation der Gasnetze angelaufen: Erste Leitungen wurden bereits für den Einsatz von Wasserstoff umgestellt und markieren den Beginn des physischen Hochlaufs. Um diesen Transformationspfad zu verstetigen, bedarf es einer weitergehenden politischen Absicherung des Hochlaufs und Akzeptanz, um Investitions- und Planungssicherheit zu erhöhen.

Der Absatz neuer Heizungen blieb 2025 nach dem Einbruch 2024 sehr niedrig und fiel mit 627.000 Geräten auf den tiefsten Stand seit 2010. Wärmepumpen legten dagegen deutlich zu: Mit 299.000 verkauften Anlagen wurde erstmals der Absatz an Gaskesseln übertroffen. Der Bestand an Wärmepumpen wuchs damit um 233.000 Gerate und bleibt weiterhin unter dem politischen Ziel der vorherigen Bundesregierung.

Der Anteil erneuerbarer Energien und Abwärme stieg 2025 nur leicht auf 20,7 % und bleibt damit weit von der Zielmarke entfernt. Die Fernwärme verharrt bei etwa 10,4 % Marktanteil und einem leicht gesunkenen EE-/Abwärmeanteil von rund 34 %. Positiv entwickelt sich die kommunale Wärmeplanung: Mehr als die Hälfte der Städte mit über 100.000 Einwohnern haben ihre Wärmeplanung bereits abgeschlossen.

Die Zahl öffentlicher Ladepunkte stieg 2025 auf rund 201.000, der Anteil der Ultraschnellladepunkte lag bei über 25 %. Die installierte Ladeleistung erreichte etwa 10 GW und übertraf das AFIR-Ziel von rund 4 GW deutlich. Damit wächst das Ladeangebot schneller als der Fahrzeughochlauf, der aktuelle Bedarf wird klar übererfüllt. Für die weitere Skalierung bleiben die Auslastung, Genehmigungsprozesse sowie die Verfügbarkeit geeigneter Flächen und Standorte die entscheidenden Engpässe.

Über den Fortschrittsmonitor

Der Fortschrittsmonitor Energiewende unterteilt sich in die Themenfelder volks- und energiewirtschaftliche Kennzahlen, Ausbau Erneuerbarer Energien, erneuerbare und kohlenstoffarme Gase, Energienetze, Wärme- und Verkehrswende. Die gemeinsame Studie von BDEW und EY betrachtet für jedes dieser Themenfelder anhand von Kennzahlen den Status quo der Energiewende in Deutschland, führt die unterschiedlichen Dimensionen der Transformation und ihre Entwicklung in einem Kompendium zusammen und zeigt Verbesserungspotenziale. Sie will so einen Beitrag leisten, die Potenziale der Energiewende auszuschöpfen.

» Download: Fortschrittsmonitor Energiewende 2026 (PDF)

Archiv 

Suche