Die Gaspreise in Deutschland werden vor allem durch Beschaffung und Vertrieb, Netzentgelte sowie Steuern, Abgaben und den CO₂-Preis bestimmt. Die Großhandelspreise sind seit dem Höhepunkt der Energiekrise 2022 deutlich gesunken, lagen im April 2026 aber weiterhin etwa doppelt so hoch wie vor der Krise. Endkundenpreise folgen dieser Entwicklung zeitversetzt, weil Energieversorger einen Großteil ihres erwarteten Gasbedarfs langfristig am Terminmarkt beschaffen und so kurzfristige Preisschwankungen abfedern.
2024 entfielen bei Haushalten 54 bis 55 Prozent des Gaspreises auf Beschaffung und Vertrieb, 16 bis 18 Prozent auf Netzentgelte und 28 bis 29 Prozent auf Steuern und Abgaben. Seit dem 1. Januar 2025 beträgt der CO₂-Preis 55 Euro je Tonne CO₂ und erhöht die Kosten des Gasverbrauchs.
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Gaspreisentwicklung: Was kostet Gas im Schnitt für Endkunden?
Die interaktive Grafik zeigt die durchschnittliche Preisentwicklung für Heizkunden in Einfamilienhäusern mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden. Die Kosten für Beschaffung und Vertrieb, Netzentgelte sowie Steuern, Abgaben und Umlagen sind ebenfalls in der Grafik aufgeschlüsselt.
Die interaktive Grafik zeigt die durchschnittliche Preisentwicklung für Heizkunden in Mehrfamilienhäusern mit einem Jahresverbrauch von 80.000 Kilowattstunden.
Gaspreisentwicklung in Deutschland seit 2022
Die Großhandelspreise für Gas sind seit dem Höhepunkt der Energiekrise im Jahr 2022 zwar deutlich zurückgegangen, bleiben aber weiterhin etwa doppelt so hoch wie vor der Krise. Dies liegt unter anderem an geopolitischen Unsicherheiten und dem daraus folgende Aufbau alternativer Bezugsquellen.
Aufgrund neuer Abschreibungsmöglichkeiten der Gasnetzinfrastruktur für Netzbetreiber sind die durchschnittlichen Gasnetzentgelte für das Jahr 2025 gestiegen. Auch im Jahr 2026 wird mit einer Erhöhung zu rechnen sein.
Der kontinuierliche Anstieg des CO2-Preises macht Gas teurer. Auch in den kommenden Jahren ist mit einem Anstieg des CO2-Preises zu rechnen.
Wie setzt sich der Gaspreis zusammen?
Im Jahr 2024 machen Steuern und Abgaben durchschnittlich 28 Prozent des Gaspreises bei einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh (Einfamilienhaus) und 29 Prozent bei 80.000 kWh (Mehrfamilienhaus) aus. Seit dem 1. Januar 2025 beträgt der CO2-Preis 55 € pro Tonne CO2, was zusätzliche Kosten für den Gasverbrauch bedeutet.
Die Kosten für den Betrieb und die Instandhaltung der Gasnetze werden über Netzentgelte auf die Verbraucher umgelegt. Die Bundesnetzagentur und die Landesregulierungsbehörden überwachen diese Entgelte, um faire und angemessene Preise sicherzustellen. Im Jahr 2024 lag der Anteil der Netzentgelte am Gaspreis bei 18 Prozent für Einfamilienhäuser und 16 Prozent für Mehrfamilienhäuser. Zusätzlich fallen Gebühren für Messung, Messstellenbetrieb und Abrechnung an, die zu einem einheitlichen Messstellenbetriebsentgelt zusammengefasst werden.
Dieser Bereich umfasst die Kosten für den Einkauf und Verkauf von Gas, die von den Gasversorgern beeinflusst werden können. 2024 machten diese Kosten 54 Prozent des Gaspreises für Einfamilienhäuser und 55 Prozent für Mehrfamilienhäuser aus.
Wo kommt Erdgas überall zum Einsatz?
Der Energieträger Gas wird in Privathaushalten zum Beispiel zum Heizen oder Kochen eingesetzt. Erdgas findet Verwendung in Gewerbe und Industrie, etwa zur Erzeugung von Prozesswärme, der Befeuerung von Industrieöfen zur Herstellung von Metall, Glas oder Keramik sowie als Rohstoff in der chemischen Industrie. Mit Gas lässt sich sowohl Strom- als auch Wärme und Kälte erzeugen. Das meiste Gas wird in Deutschland in der Industrie und in Privathaushalten verbraucht.