Die Gaspreise für Haushalte in Deutschland setzen sich aus Beschaffung und Vertrieb, Netzentgelten sowie Steuern und Abgaben einschließlich des CO2-Preises zusammen. Veränderungen der Großhandelspreise erreichen Haushalte zeitversetzt, weil Energieversorger den Großteil ihres erwarteten Gasbedarfs langfristig am Terminmarkt beschaffen. Diese Strategie federt kurzfristige Preissprünge ab, verzögert aber auch die Weitergabe sinkender Einkaufspreise.
Regionale Preisunterschiede entstehen hauptsächlich durch unterschiedliche Netzentgelte, die unter anderem von Bevölkerungsdichte, Landschaftsstruktur und Investitionsbedarf abhängen. Im Jahr 2024 entfielen bei Haushalten in Einfamilienhäusern mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden 54 Prozent des Gaspreises auf Beschaffung und Vertrieb, 18 Prozent auf Netzentgelte und 28 Prozent auf Steuern und Abgaben.
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Gaspreisentwicklung: Was kostet Gas im Schnitt für Endkunden?
Die interaktive Grafik zeigt die durchschnittliche Preisentwicklung für Heizkunden in Einfamilienhäusern mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden. Die Kosten für Beschaffung und Vertrieb, Netzentgelte sowie Steuern, Abgaben und Umlagen sind ebenfalls in der Grafik aufgeschlüsselt.
Die interaktive Grafik zeigt die durchschnittliche Preisentwicklung für Heizkunden in Mehrfamilienhäusern mit einem Jahresverbrauch von 80.000 Kilowattstunden.
Gaspreisentwicklung in Deutschland seit 2022
Die Großhandelspreise für Gas sind seit dem Höhepunkt der Energiekrise im Jahr 2022 zwar deutlich zurückgegangen, bleiben aber weiterhin etwa doppelt so hoch wie vor der Krise. Dies liegt unter anderem an geopolitischen Unsicherheiten und dem daraus folgende Aufbau alternativer Bezugsquellen.
Aufgrund neuer Abschreibungsmöglichkeiten der Gasnetzinfrastruktur für Netzbetreiber sind die durchschnittlichen Gasnetzentgelte für das Jahr 2025 gestiegen. Auch im Jahr 2026 wird mit einer Erhöhung zu rechnen sein.
Der kontinuierliche Anstieg des CO2-Preises macht Gas teurer. Auch in den kommenden Jahren ist mit einem Anstieg des CO2-Preises zu rechnen.
Wie setzt sich der Gaspreis zusammen?
Im Jahr 2024 machen Steuern und Abgaben durchschnittlich 28 Prozent des Gaspreises bei einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh (Einfamilienhaus) und 29 Prozent bei 80.000 kWh (Mehrfamilienhaus) aus. Seit dem 1. Januar 2025 beträgt der CO2-Preis 55 € pro Tonne CO2, was zusätzliche Kosten für den Gasverbrauch bedeutet.
Die Kosten für den Betrieb und die Instandhaltung der Gasnetze werden über Netzentgelte auf die Verbraucher umgelegt. Die Bundesnetzagentur und die Landesregulierungsbehörden überwachen diese Entgelte, um faire und angemessene Preise sicherzustellen. Im Jahr 2024 lag der Anteil der Netzentgelte am Gaspreis bei 18 Prozent für Einfamilienhäuser und 16 Prozent für Mehrfamilienhäuser. Zusätzlich fallen Gebühren für Messung, Messstellenbetrieb und Abrechnung an, die zu einem einheitlichen Messstellenbetriebsentgelt zusammengefasst werden.
Dieser Bereich umfasst die Kosten für den Einkauf und Verkauf von Gas, die von den Gasversorgern beeinflusst werden können. 2024 machten diese Kosten 54 Prozent des Gaspreises für Einfamilienhäuser und 55 Prozent für Mehrfamilienhäuser aus.
Wo kommt Erdgas überall zum Einsatz?
Der Energieträger Gas wird in Privathaushalten zum Beispiel zum Heizen oder Kochen eingesetzt. Erdgas findet Verwendung in Gewerbe und Industrie, etwa zur Erzeugung von Prozesswärme, der Befeuerung von Industrieöfen zur Herstellung von Metall, Glas oder Keramik sowie als Rohstoff in der chemischen Industrie. Mit Gas lässt sich sowohl Strom- als auch Wärme und Kälte erzeugen. Das meiste Gas wird in Deutschland in der Industrie und in Privathaushalten verbraucht.