Drucken

Trendbarometer Neubau: So verändert sich Deutschlands Beheizungsstruktur

Eine neue BDEW-Datenanalyse zeigt, dass die Wärmewende in der Praxis bereits funktioniert.

Bauarbeiter auf der Baustelle eines Mehrfamilienhauses, bevor der Beton gegossen wird.

© Toni Reed / Unsplash

Wärmepumpe und Fernwärme prägen den Heizungsmarkt im Neubau. Bei neuen Ein- und Zweifamilienhäusern gewinnen vor allem Wärmepumpen deutlich an Bedeutung. Mehr als drei Viertel der Häuser wird mit Wärmepumpen beheizt. Das geht aus der neuen BDEW-Publikation “Trendbarometer Neubau” hervor (Download am Ende der Seite). Darin hat der BDEW die Daten der aktuellen Baufertigstellungen 2025 und der vergangenen Fertigstellungen analysiert und nach den verbauten Energieträgern für die Beheizung regional nach den einzelnen Bundesländern ausgewertet. Die Berechnungen wurden sowohl für Wohnungen bzw. Wohneinheiten als auch für Wohngebäude ausgewertet.

Auch die Fernwärme etabliert sich zunehmend – sie ist heute bei neu gebauten Wohnungen die zweithäufigste Beheizungsart. Zusammengenommen machen Wärmepumpen und Fernwärme mehr als drei Viertel der gewählten Heizsysteme in neuen Wohnungen insgesamt aus und treiben die Wärmewende damit sichtbar voran. Der Anteil fossiler Energieträger wie Gas sinkt hingegen weiterhin stark.

Neu gebaute Wohnungen: Seit 2022 dominieren Wärmepumpen

Bei neugebauten Wohnungen werden seit 2022 mehr Wärmepumpen als Gasheizungen eingebaut. Die dritte starke Säule der Energieträger ist die Fernwärme, die über die Jahre hinweg stabil bleibt. Diese spielt nach wie vor in Hamburg und Berlin eine tragende Rolle, was auch auf die dichte Bebauung und Versorgung auf engem Raum zurückzuführen ist.

Welche Heizungen in neuen Wohngebäuden eingebaut werden

Eine deutliche Verschiebung ist beim Einsatz der einzelnen Energieträger erkennbar. Der Trend vom Energieträger Gas hin zur Wärmepumpe nimmt in Wohngebäuden seit 2018 erkennbar zu. Die Statistik zeigt die Entwicklung der Beheizungsstruktur in neu gebauten Wohngebäuden.

Gas und Heizöl dominieren im Wohnungsbestand

Im deutschen Wohnungsbestand ist die Verteilung der Energieträger und Heizungsarten deutlich anders als bei den Baufertigstellungen. Hier überwiegen die Energieträger Gas und Heizöl sowie die Beheizungsart mit Fernwärme. Die moderne Wärmepumpe ist hier noch wenig vertreten, allerdings in den letzten Jahren mit signifikanten Zuwächsen. Die Verteilung der Energieträger und Heizungsarten bei den Baufertigstellungen wirkt sich nur langsam auf den Wohnungsbestand aus.

Rückgang bei Baufertigstellungen

Gestiegene Kosten für Baumaterialien und Baufinanzierungen, komplexer werdende Baustandards sowie eine generell gedämpfte Konjunktur sorgten für einen anhaltenden Rückgang der Baufertigstellungen in den letzten drei Jahren und erreichen einen Tiefstand, den sie zuletzt 2011/2012 erreicht hatten.

2025 wurden 172.600 neue Wohnungen in 58.900 neuen Wohngebäuden fertiggestellt. Dies entspricht einem Rückgang zum Vorjahr von 20 Prozent bei neuen Wohnungen. Vor 2015 wurden noch 216.400 neue Wohnungen fertiggestellt. 

Im vergangenen Jahr wurden rund 58.900 neue Wohngebäude fertiggestellt. Das entspricht einem Rückgang um 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Durchschnitt der letzten 10 Jahre wurden 98.700 neue Wohngebäude pro Jahr fertiggestellt.

» Download: Trendbarometer Neubau (PDF)

» Download: Foliensatz Trendbarometer Neubau (PDF)

Suche