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Stadtwerke Hettstedt: Grüne Fernwärme als Blaupause für Kommunen

Stadtwerke Hettstedt zeigen, wie sich Fernwärme modular, klimaneutral und übertragbar transformieren lässt.

Luftaufnahme einer Baustelle in Hettstedt: Ein roter Bagger arbeitet an einem offenen Leitungsgraben neben einer Straße.

© © Stadtwerke Hettstedt

Wie können bestehende Fernwärmesysteme schrittweise klimaneutral werden und zugleich zuverlässig und bezahlbar bleiben? Die Stadtwerke Hettstedt zeigen mit ihrem Projekt „Grüne Fernwärme Hettstedt“ einen praxisnahen Weg. Für das Konzept wurden sie 2026 mit dem Preis der Umweltallianz Sachsen-Anhalt ausgezeichnet. Aus 19 Bewerbungen hatte eine Jury zunächst drei Finalisten ausgewählt und insbesondere Innovationsgrad, Umweltwirkung und Übertragbarkeit bewertet.

Grundlage des Projekts ist ein ganzheitliches Transformationskonzept, das Wärmeerzeugung, Wärmespeicherung und Wärmeverteilung gemeinsam betrachtet. Statt das bestehende System auf einen Schlag umzubauen, setzen die Stadtwerke auf mehrere aufeinander abgestimmte Projektstufen. So kann die Fernwärmeversorgung schrittweise weiterentwickelt und der Einsatz fossiler Energieträger kontinuierlich reduziert werden.

Technologisch setzt Hettstedt auf einen breiten Mix: Geplant sind der Ausbau des Fernwärmenetzes, Luft/Wasser- und Wasser/Wasser-Großwärmepumpen, Kurzzeitwärmespeicher sowie ein geothermischer Langzeit-Wärmespeicher. Hinzu kommt eine Photovoltaik-Thermie-Anlage, die gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen und zur Regeneration des saisonalen Wärmespeichers beitragen soll.

Ein besonderer Ansatz liegt in der intelligenten Verknüpfung der einzelnen Komponenten. Strom, Wärmepumpen, Speicher und Fernwärmenetz werden zu einem flexibel steuerbaren Gesamtsystem verbunden. Energie kann so dann genutzt oder gespeichert werden, wenn sie verfügbar ist, und Wärme bedarfsgerecht in das Fernwärmenetz eingespeist werden.

Das Beispiel Hettstedt zeigt damit, dass die Wärmewende auch für kleinere und mittlere Städte nicht auf einer einzelnen Technologie beruhen muss. Entscheidend ist vielmehr das Zusammenspiel verschiedener Lösungen und deren schrittweise Integration in bestehende Infrastrukturen. Gerade dieser technologieübergreifende und auf andere Kommunen übertragbare Ansatz überzeugte auch die Jury der Umweltallianz.

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