„Die Ergebnisse des BDEW-Wasserstoffmonitors zeigen: Der Wasserstoffhochlauf in Deutschland muss dringend angeschoben werden. Lediglich eine erste Welle von 44 Projekten im Umfang von 181 MW wurde realisiert, dabei handelt es sich vorwiegend um geförderte Vorhaben. 27 Projekte mit einer Leistung von 1.271 MW sind im Moment im Bau oder haben zumindest eine finale Investitionsentscheidung getroffen. Der aller größte Teil, 98 Projekte im Umfang von 11.896 MW, befindet sich jedoch noch in der Planungsphase. Damit aus Planungen auch tatsächlich Investitionsentscheidungen, realisierte Projekte und ein funktionierender Markt werden, braucht es jetzt klare, verlässliche und europäisch anschlussfähige Rahmenbedingungen. Wasserstoff ist der zentrale Hebel zur Dekarbonisierung der Industrie, deshalb wird es höchste Zeit, dass der Markthochlauf an Fahrt gewinnt.
Die Energiewirtschaft hat dafür ein Wasserstoffgesetz vorgeschlagen. Dieses soll klare und verlässliche Regeln schaffen, Rechtssicherheit für alle Marktakteure herstellen und ordnungspolitische Vorgaben, Anreize sowie Förderinstrumente zielgerichtet miteinander verbinden. Es würde den zentralen Rechtsrahmen für den Hochlauf und den Aufbau eines Wasserstoffmarktes in Deutschland vorgeben. Um die Lücke zwischen der Zahlungsbereitschaft der Abnehmer und den Wasserstoffbereitstellungskosten zu schließen, schlägt der BDEW die Einführung von Wasserstoff-CfDs gepaart mit Garantieinstrumenten vor.
Darüber hinaus braucht der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft deutlich mehr europäische Zusammenarbeit. Deutschland sollte dabei, wie bereits im Koalitionsvertrag verankert, eine führende Rolle beim Aufbau einer Wasserstoff-Allianz auf Ebene der EU-Mitgliedstaaten übernehmen.“
Hintergrund
Auf Basis von Daten verschiedener Quellen – unter anderem des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln (EWI) – visualisiert der BDEW-Wasserstoffmonitor Entwicklungen zu Wasserstofferzeugung, Importen, Infrastruktur, industriellen Anwendungen und Mobilität in interaktiven Grafiken und Diagrammen. So lassen sich Fortschritte, Zusammenhänge und zentrale Entwicklungen der Wirtschaft auf einen Blick erfassen und nachvollziehen.
Der BDEW-Wasserstoffmonitor verbindet umfangreiche Daten mit einer intuitiven Darstellung und schafft damit mehr Transparenz über den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland. Komplexe Entwicklungen werden verständlich eingeordnet und kontinuierlich sichtbar gemacht. Der Monitor wird halbjährlich aktualisiert, regelmäßig erweitert und um zusätzliche Daten, Themen und Rückblicke ergänzt.