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Statement für die Presse

BDEW-Vorschlag "Handelssystem erneuerbare und dekarbonisierte Gase"

BDEW legt Vorschlag für grenzüberschreitendes Handelssystem für erneuerbare und dekarbonisierte Gase vor

Der BDEW hat heute einen Vorschlag zur Ausgestaltung eines Handelssystems für erneuerbare und dekarbonisierte Gase vorgelegt. Ziel ist es, klimaneutrale Gase (wie z.B. Wasserstoff und Biomethan) grenzüberschreitend handeln zu können und einen Markt zu schaffen, in dem die Nachfrage nach diesen Gasen stets durch das Angebot gedeckt werden kann. Ein wichtiges Element hierfür ist aus Sicht des BDEW ein standardisiertes System für Herkunftsnachweise, über welches Endverbraucher, Industrie und Gewerbe eindeutig nachvollziehen können, aus welchen Quellen das erneuerbare und dekarbonisierte Gas stammt. Die Verbraucher können damit auf transparente Weise auswählen, welche Form solcher Gase sie beziehen wollen (so genannte „clean choices“). Zunächst wäre der Markt im europäischen Raum und perspektivisch auch durch außereuropäische Lieferländer organisiert.

„Erneuerbare und dekarbonisierte Gase sind ein wesentlicher Baustein, um die europäischen Dekarbonisierungsziele bis 2050 zu erreichen. Dafür sind bereits heute zentrale Weichenstellungen im Rahmen des ‚European Green Deal‘ und in der für Juli 2020 angekündigten ‚Smart Sector Integration‘ zu leisten. Der europäische Rechtsrahmen muss daher so ausgestaltet werden, dass sich der Markt bestmöglich entwickeln kann. Dies bildet aus Sicht des BDEW eine wichtige Grundlage für eine effiziente, bezahlbare und sichere klimaneutrale Energieversorgung. Die Politik hat die Möglichkeit, über die Umsetzung des Artikel 19 der EU-Erneuerbare-Energien-Richtlinie zügig die entsprechenden Weichen zu stellen. Diese Chance sollte genutzt werden“, sagte Anke Tuschek, Mitglied der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

Der BDEW zeigt auf, welche Möglichkeiten der Ausgestaltung eines Herkunftsnachweissystems bestehen und wie man diese im Sinne des Klimaschutzes zusätzlich erweitern kann. Dabei wird neben der Ausgestaltung eines liquiden Marktes auch die aus Sicht des BDEW notwendige Verknüpfung mit dem Emissionshandel betrachtet. Ziel ist ein wachsender Anteil erneuerbarer Gase und eine vollständige Umstellung von fossilen auf klimaneutrale Gase bis zum Jahr 2050. Ein solcher Pfad trägt in allen Sektoren (Wärmemarkt, Industrie, Mobilität, Stromerzeugung) in spezifischen Anwendungen zur Dekarbonisierung bei.

Hierzu hat der BDEW gestern eine „Roadmap Gas“ veröffentlicht.

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