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BDEW zum Zehn-Punkte-Plan für den Wasserstoffmarkt

Wichtige Impulse, aber noch zu zaghaft: Wasserstoffmarkt braucht Investitionssicherheit

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat gestern zehn Maßnahmen vorgestellt, um den Wasserstoffmarkt in Deutschland voranzubringen. Hierzu erklärt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung:

„Der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft ist ein zentraler Baustein für die Transformation des Industrie- und Energiestandorts Deutschland. Gleichzeitig spielt Wasserstoff eine entscheidende Rolle, um die Energiesouveränität und die Resilienz unseres Energiesystems gleichermaßen zu stärken. Es ist deshalb richtig, dass das Ministerium die Kosten senken und den Markt voranbringen will. Wir begrüßen, dass es dabei die gesamte Wertschöpfungskette in den Blick nimmt und die Maßnahmen aufeinander abstimmen will. Damit Wasserstoff günstiger wird, müssen wir ihn in deutlich größeren Mengen erzeugen und nutzen. Dafür bleiben die vorgeschlagenen Hebel jedoch bisher zu zaghaft.

Ein eigenes Wasserstoff-Fenster in den CO2-Differenzverträgen (CCfD) ist sinnvoll. Der BDEW hat zudem gemeinsam mit weiteren Verbänden einen Wasserstoff-Differenzvertrag gefordert (CfD). Der Wasserstoff-CfD kann einen Markthochlauf effektiver voranbringen als industrielle CCfDs, weil er weniger komplex ausgestaltet ist, und Erzeugung, Beschaffung und Handel zusammenbindet. Er kann die Lücke zwischen den Kosten für erneuerbaren und kohlenstoffarmen Wasserstoff und der Zahlungsbereitschaft der Abnehmer absichern. So ermöglicht er Investitionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dafür muss das Instrument einfach, wettbewerblich und verlässlich ausgestaltet sein. Im Klima- und Transformationsfonds braucht es ab 2027 einen eigenen Haushaltstitel mit ausreichend Mitteln, um langfristige Verträge zu ermöglichen.

Positiv ist, dass das Ministerium Leitmärkte konkreter benennt und Wasserstoff bei der Grüngasquote mehrfach anrechnen will. Verpflichtende öffentliche Beschaffungsquoten können jedoch Kosten und Bürokratieaufwand erhöhen. Der BDEW setzt deswegen für die nächste Phase des Hochlaufs und der Skalierung der Wertschöpfungsketten auf Förderinstrumente und Investitionsanreize. Auch Kraftwerksbetreiber brauchen wirksame Anreize, um auf Wasserstoff umzusteigen. Bei der Infrastruktur bleibt der Plan dagegen recht vage. Der vorauslaufende Aufbau von Netzen und Speichern ist wichtig und deswegen braucht es noch konkretere Aussagen dazu, wie Infrastruktur und der schrittweise Hochlauf bei Angebot und Nachfrage zusammenspielen sollen.

Heimische Erzeugung und Importe müssen gleichermaßen vorankommen. Die Möglichkeit, auf der Nordseefläche SEN-1 in zwei Projekten mit jeweils 250 Megawatt Elektrolyseleistung Wasserstoff zu erzeugen, ist ein guter Ansatz. Jetzt müssen jedoch Taten folgen; für ein resilientes und innovatives Energiesystem braucht es auch eine schnelle Skalierung der Erzeugung an Land.

Ein europäischer Wasserstoffmarkt ist von großer Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie, für mehr Resilienz und Energiesouveränität, für die globale Innovationsfähigkeit sowie die Technologieführerschaft Europas. Positiv ist, dass sich das BMWE für investitionsfreundliche und kostensenkende Rahmenbedingungen einsetzt. Die angekündigte Überarbeitung des Delegierten Rechtsakts für erneuerbaren Wasserstoff (RFNBO) ist essenziell, denn sie muss praxistaugliche Kriterien schaffen, die Investitionen erleichtern und die Kosten senken.

Um den europäischen Wasserstoffmarkt voranzubringen, braucht es zudem eine enge Zusammenarbeit der EU-Mitgliedstaaten. Der BDEW hat gemeinsam mit weiteren Verbänden auf nationaler und europäischer Ebene die Bundesregierung dazu aufgerufen, eine Wasserstoff-Allianz auf Ebene der EU-Mitgliedstaaten ins Leben zu rufen und in dieser eine führende Rolle einzunehmen.“

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