Ein breites Bündnis nationaler und internationaler Industrie- und Branchenverbände hat einen gemeinsamen Appell zur Überarbeitung des Delegierten Rechtsakts für erneuerbaren Wasserstoff (DA RFNBO) an die Europäische Kommission gerichtet. Ziel ist es, die bestehenden Strombezugskriterien praxistauglicher auszugestalten und damit bessere Voraussetzungen für den Aufbau eines wettbewerbsfähigen europäischen Wasserstoffmarktes zu schaffen. Die Europäische Kommission hat angekündigt, die Überprüfung der Produktionskriterien für erneuerbaren Wasserstoff angesichts des bislang hinter den Erwartungen zurückbleibenden Markthochlaufs vorzuziehen. Aus Sicht der unterzeichnenden Verbände ist die angekündigte Review zwingend notwendig, um regulatorische Hemmnisse abzubauen und Investitionsbedingungen für erneuerbare Wasserstoffprojekte zu verbessern.
Im Mittelpunkt des Verbändeappells stehen drei zentrale Forderungen: 1. Die vollständige Anwendung der Zusätzlichkeitsanforderungen soll auf 2035 verschoben werden. 2. Die derzeit geltende monatliche zeitliche Korrelation des Strombezugs soll beibehalten beziehungsweise die Einführung einer stündlichen Korrelation ebenfalls auf 2035 verschoben werden. Und 3. soll die Schwelle für die Ausnahme von den Strombezugskriterien von derzeit 90% auf 80% abgesenkt werden. Die bestehenden Anforderungen drohen durch zusätzliche Kosten, eine eingeschränkte Flexibilität beim Strombezug und erschwerte Bedingungen für die Auslastung von Elektrolyseuren den wirtschaftlichen Betrieb von Anlagen zu verhindern. Eine Anpassung der Vorgaben soll dazu beitragen, Investitionen zu ermöglichen, die Nutzung erneuerbarer Strommengen zu flexibilisieren und den europäischen Wasserstoffhochlauf zu beschleunigen.