Die Energiewende stellt hohe Anforderungen an die Energieinfrastruktur. Für Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und Klimaneutralität ist es entscheidend, die Stromnetze schneller auszubauen und zugleich Planung, Beschaffung und Betrieb technischer Komponenten effizienter zu gestalten. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist dabei die stärkere Harmonisierung von Ortsnetzstationen.
Weniger technische Varianten können dazu beitragen, Ressourcen effizienter einzusetzen, Planungs- und Beschaffungsabläufe zu vereinfachen und Projekte schneller umzusetzen. Dadurch können vorhandene Produktions- und Umsetzungskapazitäten besser genutzt und Kosten im Ausbauprozess begrenzt werden. Ansatzpunkte für mehr Vereinheitlichung bestehen entlang der gesamten Prozesskette: von Engineering und Planung über Stationsgehäuse, MS-Schaltanlagen und Transformatoren bis hin zur Niederspannungsverteilung und Sekundärtechnik. Auch bei Logistik und Bereitstellung lassen sich zusätzliche Effizienzpotenziale erschließen.
Damit diese Potenziale in der Praxis wirksam werden, braucht es zugleich deutlich einfachere und schnellere Genehmigungsverfahren. Gesetzliche und administrative Rahmenbedingungen müssen so ausgestaltet werden, dass Netzausbauprojekte zügiger realisiert werden können. Mit der gemeinsamen Branchenempfehlung unterstreichen Netzbetreiber und Hersteller ihre gemeinsame Verantwortung für das Gelingen der Energiewende. Ziel ist es, technische und organisatorische Komplexität zu reduzieren, die Digitalisierung weiter voranzutreiben und die Umsetzung des Netzausbaus zu beschleunigen – und damit sowohl die Klimaziele als auch die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland zu unterstützen.