Der Ausbau der Offshore-Windenergie ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Energiewende. Als zuverlässige, kosteneffiziente und umweltfreundliche Energiequelle mit hohen Volllaststunden – einer Kennzahl für die Auslastung einer Anlage – ergänzt sie Onshore-Windenergie und Photovoltaik und trägt dazu bei, die Stromerzeugung durch Erneuerbare Energien resilienter zu gestalten.
Durch ihr systemdienliches Einspeiseverhalten mit hoher Verfügbarkeit trägt Offshore-Windenergie verstärkt bei zur allgemeinen Versorgungssicherheit und Dekarbonisierung der Industrie bei. Das Windenergie-auf-See-Gesetz (WindSeeG) ist dringend zu reformieren, um den Offshore-Wind-Ausbau im Jahr 2027 durch erfolgreiche Ausschreibungen fortsetzen und Investitionen in Netzanbindungen, Lieferketten und Hafenkapazitäten tätigen zu können.
Das vorliegende BDEW-Positionspapier zeigt erforderliche Maßnahmen, um die Kosteneffizienz und Investitionssicherheit im Offshore-Wind-Ausbau zu erhöhen, ohne die bestehenden Ausbauziele im WindSeeG zu verändern.
CfD-System mit Indexierung für mehr Investitionssicherheit bei Windkraftanlagen
Ein Ausschreibungsdesign basierend auf sinnvoll indexierten Contracts-for-Difference (CfDs) für alle in den nächsten Jahren auszuschreibenden Flächen schafft stabile Refinanzierungsbedingungen und erhöht die Planungssicherheit für Investoren. Es kann außerdem dazu beitragen, Inflations-, Kosten- und Finanzierungsrisiken zu reduzieren.
Die Indexierung der CfDs sollte mindestens anhand des europäischen Verbraucherpreisindexes HICP eingeführt und am bewährten britischen Modell ausgerichtet werden. Zusätzlich sollte die Bundesnetzagentur (BNetzA) die Möglichkeit erhalten, CfD-Höchstwerte bei stark veränderten Marktbedingungen anzupassen.
Kosteneffizienz des Offshore-Ausbaus steigern
Grenzüberschreitende Offshore-Kooperationsprojekte sollen künftig mehr umgesetzt, anteilig auf die deutschen Ausbauziele angerechnet und die Flächenplanung stärker europäisch ausgerichtet werden, um Synergien im Nord- und Ostseeraum besser zu nutzen. Gleichzeitig soll die Leistungsdichte neuer Offshore-Windparks in der deutschen Nordsee auf in der Regel maximal sieben MW/km² begrenzt werden, um Abschattungseffekte zu reduzieren, die Stromerträge zu erhöhen und die volkswirtschaftlichen Kosten des Offshore-Ausbaus zu senken.
Europa: Energieversorgung stärker gemeinsam denken
Darüber hinaus plädiert der BDEW für einen stärker europäisch ausgerichteten sektorenübergreifenden Offshore-Ausbau. Hierzu sollen kombinierte Strom- und Wasserstoffinfrastrukturen sowie grenzüberschreitende Wasserstoff-Transitpipelines ermöglicht werden, um Offshore-Wind, Wasserstoffwirtschaft und europäische Energieinfrastrukturen effizient miteinander zu verknüpfen.
Weitere BDEW-Vorschläge
- Regulatorische Rahmenbedingungen für den koordinierten Weiterbetrieb von bestehenden OWPs und -ONAS schaffen, siehe BDEW-Positionspapier 2026 zur Regulatorik für Weiterbetrieb,
- Betriebszeitraum für zukünftige OWPs und ONAS von 25 auf bis zu 35 Jahre verlängern und die regulatorischen Rahmenbedingungen entsprechend anpassen, siehe BDEW-Positionspapier 2025, Kapitel 6.2,
- Neuausschreibungsmechanismus für den unerwünschten Fall der Nichtrealisierung eines OWP und gleitende Pönalisierung einführen sowie Pflicht-Zuschlagsentzug abschaffen,
- Flächenspezifische Überbauung der Netzanbindungssysteme in volkswirtschaftlich sinnvollem Maße (siehe Studie von Frontier Economics 2026) einführen und damit verbundene betriebswirtschaftliche Kosten durch CfDs absichern, siehe BDEW-Stellungnahme zur Marktkonsultation WindSeeG 2025.
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