Welche Arten gibt es prinzipiell, sein E-Auto zu laden?
- Zuhause: Entweder über das Netz und damit einen Energieversorger oder mit eigener Photovoltaik-Anlage und/oder Batteriespeicher.
- Am Arbeitsplatz
- Öffentlich: nur Ad-hoc (vgl. zum Tanken) oder mit Vertrag (beinhaltet Roaming)
Wo werden E-Autos bevorzugt geladen?
Derzeit laden in Deutschland rund 82 Prozent der E-Mobilistinnen und -Mobilisten ihr Auto zuhause. Das Anfahren von öffentlichen Ladestationen, allein um zu laden, spielt primär im Fernverkehr eine wichtige Rolle. Ansonsten wird Laden mit anderen Tätigkeiten oder Pausen des Alltags verknüpft, zum Beispiel mit dem Einkauf im Supermarkt.
Wie kann ich das E-Auto zuhause laden?
Prinzipiell kann jedes E-Auto über eine Schukosteckdose geladen werden. Deutlich schneller geht es jedoch mit einer Wallbox. In Deutschland ist die Wallbox mit elf Kilowatt der Standard für private Haushalte. Für mehr Leistung ist eine genehmigungspflichtige Wallbox nötig. Prinzipiell sollten Wallboxen zu Hause durch einen Elektro-Fachbetrieb installiert werden.
Wie kann ich eine Ladeeinrichtung sicher zu Hause installieren?
Für interessierte Haus- und Grundstückseigentümer, Fachhandwerker sowie Bauplaner und Architekten hat die HEA (Fachgemeinschaft, der Marktpartnerverbund der Energiewirtschaft) einen technischen Leitfaden zur Errichtung von Ladeeinrichtungen für Elektromobilität in Wohngebäuden erstellt. Hier werden die Anforderungen an Elektroinstallationen beschrieben, die erfüllt sein müssen, damit Ladeeinrichtungen auf privaten Grundstücken sicher und zuverlässig betrieben werden können.
Welche Arten von öffentlichen Ladesäulen gibt es?
Es gibt verschiedene Arten von Ladesäulen für E-Autos – je nachdem, wo, wie schnell und wie oft geladen werden soll. Je nach Zeit und Flexibilität stehen dem E-Mobilisten drei verschiedene Lademöglichkeiten zur Verfügung:
Typisch für Wallboxen zu Hause, beim Arbeitgeber oder für Ladesäulen auf öffentlichen Parkplätzen. Die Ladeleistung beträgt hier häufig zwischen 3,7 kW bis 22 kW.
Die Ladeleistung beträgt von 50 kW bis zu 150 kW. Damit wird schnelles Laden in Wohn- und Geschäftsgebieten ermöglicht.
Typisch für Autobahnen und Fernstrecken. Die Ladeleistung beträgt zwischen 150 kW und 400 kW. Technisch gesehen handelt es sich ebenfalls um Gleichstromlader.
Wie viele öffentliche Ladepunkte gibt es in Deutschland?
In Deutschland gibt es rund 204.000 öffentliche Ladepunkte für Elektroautos (Stand Juli 2026). Die installierte Ladeleistung beträgt 8,9 Gigawatt. Mehr als 80 Prozent der Ladepunkte werden von Unternehmen der Energiewirtschaft betrieben, die im BDEW organisiert sind.
Wie stark sind die öffentlichen Ladesäulen ausgelastet?
Von den öffentlich zugänglichen Ladepunkten in Deutschland sind durchschnittlich nur zwölf Prozent zeitgleich belegt. Die kontinuierlich geringe zeitgleiche Belegung zeigt, dass der Ausbau der Ladestationen weiter deutlich vor dem Hochlauf der vollelektrischen Pkw liegt.
Wie wird das Laden an öffentlichen Ladepunkten abgerechnet?
Prinzipiell gibt es zwei Optionen:
Vergleichbar zum Kraftstofftanken. Preise können schnell wechseln und unterscheiden sich von Ladesäule zu Ladesäule. Der Vorteil: Es kann an jeder Ladestation geladen werden.
Eine Dienstleistung, die vergleichbar zu Mobilfunktarifen funktioniert. E-Mobilistinnen und E-Mobilisten zahlen den Preis, den sie mit ihrem E-Mobilitätsdienstleister (EMP) vereinbart haben. Dieses vertragsbasierte Laden, das in Deutschland rund 90 Prozent der heutigen öffentlichen Ladevorgänge ausmacht, ähnelt dem Telekommunikationsmarkt. Dort vereinbaren die Verbraucher für Telefonie und Internetnutzung einen Tarif mit einem Dienstleister. Das geschieht unabhängig davon, welche Netze der Dienstleister nutzt und welche Gebühren dieser für die Nutzung mit den Netzbetreibern vereinbart hat.
Der Vorteil: E-Mobilistinnen und E-Mobilisten genau wissen, wieviel sie der geladene Strom kostet. Sie können sich beim öffentlichen Laden mit ihren bevorzugten Ladeverträgen durch ganz Deutschland bewegen, ohne darauf achten zu müssen, welcher Preis gerade an der jeweiligen Ladesäule gilt oder zur nächsten, günstigeren Ladesäule weiter fahren zu müssen.
“Die Ladekosten sind zu hoch” – stimmt das eigentlich?
Bei den allermeisten Ladevorgängen gilt: Laden ist günstiger als Tanken. So ist es beim Laden zu Hause, beim Arbeitgeber, beim Normal- und Schnellladen beim Vertragspartner sowie beim Normalladen beim Roamingpartner. Wer eine Photovoltaik-Anlage besitzt, fährt meist am günstigsten.
Kritik an hohen Stromkosten an der Ladestation bezieht sich praktisch immer auf Ladevorgänge, die am seltensten vorkommen: das Schnellladen beim Roamingpartner. Dazu ein Gedankenspiel mit Verbrennungsmotoren: Die allermeisten Autofahrerinnen und Autofahrer tanken nur sehr selten an Autobahnen, wo Benzin und Diesel spürbar teurer sind. Niemand würde deshalb auf die Idee kommen, die durchschnittlichen Kraftstoffkosten ausschließlich anhand der sehr hohen Kraftstoffpreise entlang der Autobahn zu diskutieren.
Genauso verhält es sich mit den Stromkosten fürs Schnellladen beim Roamingpartner: Diese bilden nur einen kleinen Teil des Lademarktes ab und sind keinesfalls repräsentativ. Aber die meisten E-Mobilistinnen und E-Mobilisten – in unserer Umfrage 83 Prozent - haben noch nie 80 Cent oder mehr pro Kilowattstunde gezahlt.
Wie kann ich den Ladepreis herausfinden?
Je nach gewünschter Bezahlweise und Vertrag können an einem Ladepunkt verschiedene Preise fällig werden. Die Preise können vor jedem Ladevorgang über Apps oder Websites leicht recherchiert werden. Den E-Autofahrern und -Fahrerinnen ist es damit möglich, immer das für sie günstigste Angebot zu wählen.
Welche Akteure gibt es im Lademarkt?
Der Lademarkt ist geprägt von drei entscheidenden Akteuren:
Der Ladepunktbetreiber ist für Auswahl, Aufbau und Betrieb von Ladepunkten verantwortlich. Er sorgt dafür, dass Nutzerinnen und Nutzer am jeweiligen Ladepunkt laden und bezahlen können – entweder über einen Ladevertrag oder spontan über das sog. Ad-hoc-Laden. Der Ladepunktbetreiber stellt die technische Funktion sicher, bezieht Strom über Lieferanten oder eigene Solaranlagen. Zugleich trägt er im Wettbewerb um das attraktivste Ladeangebot das wirtschaftliche Risiko.
Der Elektromobilitätsdienstleister bietet Zugang zu einem deutschland- oder europaweiten Ladenetz – per App, Ladekarte oder künftig direkt über das Fahrzeug mit Plug & Charge. Er schließt Verträge mit Ladepunktbetreibern und legt auf dieser Basis Preise und Services fest. Der Elektromobilitätsdienstleister ist auch für die Anzeige, Abrechnung und Zusatzdienste wie Routenführung oder Reservierung zuständig. Elektromobilitätsdienstleister stehen im Wettbewerb um das beste Gesamtangebot – mit möglichst vielen Ladepunkten, angemessenen Preisen und attraktiven digitalen Services.
Der Roaming-Plattform-Anbieter betreibt eine Roaming-Plattform, die Ladepunktbetreiber und Elektromobilitätsdienstleister nutzen können, um sich vertraglich und technisch zu vernetzen. Alternativ kann ein Ladepunktbetreiber auch bilateral Verträge mit einem Elektromobilitätsdienstleister vereinbaren.
Über eine Roaming-Plattform werden den Vertragsparteien die abrechnungsrelevanten Daten des jeweiligen Ladevorgangs zur Verfügung gestellt sowie weitere statistische und dynamische Daten, die der Elektromobilitätsdienstleister für seine Zusatzdienste nutzen kann.