Die Netzreserve ist ein wesentlicher Baustein für die Gewährleistung von Systemstabilität sowie Versorgungssicherheit und wird dies auch in kommenden Jahren bleiben. Mit seinem Diskussionspapier „Zur Zukunft der Netzreserve“ zeigt der BDEW die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen auf und unterbreitet konkrete Vorschläge zur Weiterentwicklung des Instruments.
Herausforderungen der Netzreserve frühzeitig adressieren
Die Netzreserve ergänzt gemeinsam mit der Kapazitätsreserve, den vertraglich gebundenen Reserven im Ausland und den besonderen netztechnischen Betriebsmitteln das marktliche Redispatch-Potenzial. Sie dient dazu, Netzengpässe zu beherrschen und die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Stromsystems sicherzustellen.
Gleichzeitig stehen die in der Netzreserve gebundenen Anlagen vor wachsenden Herausforderungen. Viele Kraftwerke sind mehrere Jahrzehnte alt, wodurch die Herausforderungen in Bezug auf die Instandhaltung und den sicheren Betrieb kontinuierlich steigen. Hinzu kommen steigende Kosten für die Anlagenbetreiber. Vor dem Hintergrund des fortschreitenden Kohleausstiegs sowie des verzögerten Zubaus neuer gesicherter Leistung wird die Netzreserve auch künftig ein wichtiger Bestandteil der Versorgungssicherheitsarchitektur bleiben.
Der BDEW setzt sich daher für eine Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen ein. Das Diskussionspapier enthält unter anderem folgende Vorschläge:
- Verbesserung der Kostenerstattung für Betreiber von Netzreserveanlagen,
- präventive Langfristanalysen des Reservebedarfs bis 2035,
- beschleunigter Zubau neuer gesicherter Leistung im Rahmen des StromVKG,
- Ermöglichung von Nachnutzungskonzepten für bestehende Netzreservestandorte.
Das BDEW-Diskussionspapier „Zur Zukunft der Netzreserve“ steht hier zum Download bereit.
Der BDEW wird die Vorschläge nun in den politischen und regulatorischen Austausch mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie der Bundesnetzagentur einbringen. Über weitere Entwicklungen und den Fortgang der Diskussion werden wir unsere Mitgliedsunternehmen fortlaufend informieren.