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BDEW-Zahlencheck

Nur 12 Monate …

… dauerte es vom Bau bis zur Inbetriebnahme des ersten deutschen Offshore-Windparks alpha ventus.

Die Bauarbeiten dauerten von April 2009 bis November 2009, die Testphase war im April 2010 abgeschlossen. Dann waren alle 12 Anlagen mit jeweils 5 Megawatt (MW) Nennleistung und einer Gesamtleistung von 60 MW vor der niedersächsischen Nordseeküste in der Deutschen Bucht in Betrieb.

So schnell lassen sich Offshore-Windparks auch heute noch errichten, wenn die Fundamente stehen – und das, obwohl die Parks und Anlagen in den vergangenen Jahren immer größer geworden sind. Derzeit werden Offshore-Windparks in Deutschland mit rund 1 Gigawatt (GW) Gesamtleistung gebaut. Dabei ist jede einzelne Anlage so groß wie der Eiffelturm und hat eine Nennleistung von bis zu 15 MW. Technisch ist das dank modernster Errichterschiffe, eingespielter Bauprozesse und Erfahrungswerte der letzten Jahrzehnte möglich.

Die Errichtung eines Offshore-Windparks ist grundsätzlich kein Flaschenhals beim Ausbau. Die wichtigsten Hemmnisse liegen an anderer Stelle: Die Offshore-Branche steht vor erheblichen Investitions- und Planungsunsicherheiten. Die Projekt- und Kapitalkosten sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen – unter anderem aufgrund von Lieferengpässen während der Corona-Pandemie und den Folgen der aktuellen Kriege. Insgesamt haben sich die Kosten für Offshore-Windparks zwischen 2021 und 2025 um rund 40 Prozent erhöht.

Hinzu kommt in Deutschland ein unpassendes, rigides und risikobehaftetes Ausschreibungsdesign, das zuletzt sogar zu Ausschreibungen ohne ein einziges Gebot geführt hat. Unsere Nachbarn Dänemark, die Niederlande und Großbritannien waren in den letzten Jahren schneller und haben ihre Ausschreibungssysteme bereits an die veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen angepasst. In Deutschland wartet die Branche dagegen weiterhin auf die Novelle des Windenergie-auf-See-Gesetzes (WindSeeG).

Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung:

„Die Offshore-Windenergie ist ein Riese unter den Erneuerbaren Energien: hohe Strommengen, hohe Volllaststunden und eine große Bedeutung für die Versorgungssicherheit. Um nun wieder Fahrt beim Ausbau aufzunehmen und die Ausbauziele bis 2045 zu erreichen, braucht es dringend einen angepassten gesetzlichen Rahmen.

Dazu zählt die Umstellung auf direkte Auktionen zweiseitiger Contracts for Difference mit einer einfachen Indexierung, die sich mindestens am europäischen Verbraucherindex orientiert, für alle auszuschreibenden Flächen. Unsere Nachbarländer haben vorgemacht, wie es geht. Das gilt auch für den Betriebszeitraum: In der deutschen Nordsee stehen Offshore-Windparks und -Netzanbindungssysteme mit einer Genehmigungszeit von 25 Jahren. Einige Kilometer entfernt dürfen die gleichen Anlagentypen in der dänischen und niederländischen Nordsee bis zu zehn Jahre länger laufen. Längere Laufzeiten für Bestands- und Neuanlagen senken die volkswirtschaftlichen Kosten und reduzieren Umwelteingriffe.

Die Zeit für Reformen drängt, die Novelle des Windenergie-auf-See-Gesetzes ist die Voraussetzung dafür, dass 2027 wieder Flächen ausgeschrieben werden können. Dass sich das Bundeskabinett in dieser Woche nicht wie geplant mit der Novelle befasst, ist mindestens misslich. Der Zeitraum für die Bundestagsbefassung und die beihilferechtliche Genehmigung wird damit noch knapper als bereits beim EEG.“

Weitere Infos finden Sie hier.

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