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Stadtwerke Düren und Wasserverband Eifel-Rur: Wärme aus Abwasser

Die Stadtwerke Düren nutzen in Kooperation mit dem Wasserverband Eifel-Rur neues Wärmenetz mit Abwasserwärme und macht Gewerbequartier klimafreundlich.

Modernes Abwasserbehandlungssystem im Stadtgebiet, aus dem Wärme für das lokale Wärmenetz gewonnen wird.

© alexgo.photography / Shutterstock

Die Stadtwerke Düren (SWD) zeigen gemeinsam mit dem Wasserverband Eifel-Rur (WVER) und der Glashütte Düren, wie eine bislang ungenutzte lokale Wärmequelle für die Wärmewende erschlossen werden kann. Im Gewerbequartier auf dem Gelände der ehemaligen Glashütte soll künftig Wärme aus dem Dürener Abwassernetz genutzt und für eine nachhaltige Quartiersversorgung verfügbar gemacht werden.

Warmes Abwasser mit bis zu 30 Grad

Als Wärmequelle dient der Hauptsammler des WVER in unmittelbarer Nähe des Glashüttengeländes. Das Abwasser ist je nach Jahreszeit und Nutzung etwa 15 bis 30 Grad Celsius warm. Wärmetauscher im neuen Abwasserkanal sollen diese Wärme gewinnen. In der Heizzentrale wird sie aufgenommen, mithilfe von Wärmepumpen auf das erforderliche Temperaturniveau angehoben und anschließend in das vom Eigentümer der Glashütte errichtete Wärmenetz eingespeist. Die Stadtwerke Düren übernehmen unter anderem die Betriebsführung, Betriebssicherheit und Abrechnung.

Der Ansatz verbindet Wasser- und Energieinfrastruktur besonders effizient: Weil der WVER den Hauptsammler ohnehin erneuert, können die Voraussetzungen für die Wärmegewinnung direkt mitgeplant werden. Nach Fertigstellung des gesamten Wärmenetzes soll fossiles Gas auf dem gesamten Areal ersetzt werden. Dadurch können jährlich mehr als 200 Tonnen CO2 vermieden werden.

Gemeinsame Machbarkeitsstudie 

Dem Projekt ging eine längere Vorbereitung voraus. Gespräche zur klimafreundlichen Wärmeversorgung des Glashüttenquartiers laufen seit 2019. Seit 2023 prüften SWD, WVER und das Glashüttenquartier mit einer gemeinsamen Machbarkeitsstudie die technische, ökologische und wirtschaftliche Nutzung von Abwärme aus dem Dürener Abwassersystem. Mit der unterzeichneten Projektvereinbarung wird daraus nun ein konkretes Umsetzungsprojekt.

Die Realisierung ist in zwei Bauabschnitten vorgesehen: Zunächst werden die bereits genutzten Bereiche mit Unternehmen, Büro- und Werkstattflächen erschlossen, anschließend der noch in Entwicklung befindliche Teil des früheren Glashüttenareals. Die Investitionssumme liegt nach aktueller Planung bei rund fünf Millionen Euro. Die Stadtwerke Düren tragen rund 60 Prozent, WVER und Glashütte jeweils rund 20 Prozent. Für die Umsetzung sind zudem rund zwei Millionen Euro Bundesförderung vorgesehen. Die Inbetriebnahme ist für 2028 geplant.

Abwasserwärme hat mehrere Vorteile

Das Dürener Projekt macht deutlich, worin das Potenzial von Abwasserwärme für die Wärmewende liegt: Die Energiequelle ist lokal vorhanden, kontinuierlich verfügbar und kann dort erschlossen werden, wo Wärme benötigt wird. Besonders wirkungsvoll ist dabei die Verknüpfung verschiedener Infrastrukturen und Kompetenzen. Der Wasserverband schafft die technischen Voraussetzungen im Kanal, die Stadtwerke bringen ihre Erfahrung bei Wärmeerzeugung und -versorgung ein, und der Quartierseigentümer stellt Wärmenetz und Abnehmerstruktur bereit. So wird aus einer ohnehin vorhandenen kommunalen Infrastruktur eine neue regionale Wärmequelle – und aus einer Machbarkeitsstudie ein konkretes Wärmewendeprojekt.

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