Drucken

Dürre & Niedrigwasser: Das sind die Folgen für die Energie- und Wasserversorgung

Diese Übersicht erläutert die Auswirkungen der Dürre und zeigt, welche Maßnahmen einer langfristigen und sicheren Versorgung dienen können.

Die Folgen des Klimawandels sind deutlich spürbar: Sinkende Grundwasserstände oder geringere Pegelstände fordern die Wasserversorger heraus.

© U. Eisenlohr / Shutterstock

 

Längere Trocken- und Hitzeperioden sowie Niedrigwasser belasten in Deutschland regional und zeitweise die Wasser- und Energieversorgung, gefährden die Versorgungssicherheit nach Angaben des BDEW im Sommer 2026 aber nicht grundsätzlich. In Hitzewellen kann die Beanspruchung der Wasserversorgung lokal um bis zu 60 Prozent steigen; Einschränkungen etwa bei Gartenbewässerung oder Poolbefüllung können erforderlich werden. Niedrige Pegelstände können Wasserkraft, Kraftwerkskühlung, Brennstofftransporte und Flusswärmepumpen beeinträchtigen. Zur langfristigen Sicherung der Versorgung sind widerstandsfähigere Infrastrukturen, regionale Verbundleitungen, der Vorrang der öffentlichen Wasserversorgung und weitere Klimaanpassungsmaßnahmen erforderlich. Wasserversorger müssen laut einer BDEW-DVGW-Studie in den nächsten zehn Jahren zusätzlich 3,2 bis 13,5 Milliarden Euro investieren.

Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt. Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gerne darauf hin.


Längere Trocken- und Hitzeperioden sowie niedrige Wasserstände stellen die Energie- und Wasserwirtschaft zunehmend vor Herausforderungen. Regional und saisonal sind die Folgen des Klimawandels bereits deutlich spürbar – etwa durch sinkende Grundwasserstände, geringere Pegelstände und Einschränkungen bei Wasserkraft, Kraftwerkskühlung oder Transportwegen. Grundsätzlich wird in Deutschland die öffentliche Wasserversorgung (Trinkwasser/Brauchwasser) gewährleistet. Dies schließt nicht aus, dass lokal Entnahme- bzw. Verwendungsverbote ausgesprochen werden. Auch eine Gefährdung der Stromversorgung zeichnet sich aktuell nicht ab.

Damit dies auch in Zukunft so bleibt, müssen regional zum Beispiel Infrastrukturen widerstandsfähiger und an die veränderten klimatischen Bedingungen angepasst werden. Das FAQ ordnet die aktuelle Situation ein, erläutert die Auswirkungen von Niedrigwasser auf Wasser- bzw. Energiewirtschaft und zeigt, welche Maßnahmen einer langfristigen und sichere Versorgung dienen können.

Wasserversorgung: Welche Auswirkungen haben Dürre und Niedrigwasser?

Ein bundesweiter Wassermangel zeichnet sich derzeit nicht ab. Allerdings führen längere Hitze- und Trockenperioden zunehmend zu regionalen und zeitweisen starken Belastungen der Versorgungssysteme. Das kann zu einer technisch-hydraulischen Spitzenbelastung der Versorgungsanlagen führen. In Hitzewellen rechnen wir lokal mit einer bis zu 60 Prozent höheren Beanspruchung. Das kann die Systeme in einzelnen Regionen zeitweise stark fordern und die Einschränkung von Wassernutzungen wie z.B. Gartenbewässerung, Poolbefüllung erforderlich machen.

Eine weitere Folge des Klimawandels sind weiter sinkende Grundwasserspiegel und eine höhere Verdunstung bei Flüssen und Talsperren. Je nach Witterungsverlauf können unterschiedliche Gebiete besonders stark betroffen sein. Die Herausforderungen unterscheiden sich daher je nach regionaler Situation und den jeweiligen Versorgungsstrukturen.

Mit Blick auf den Klimawandel kann ein Szenario, in dem der Wasserbedarf für den menschlichen Gebrauch aufgrund eines tatsächlichen Ressourcenmangels stellenweise nicht mehr ausreichend gedeckt werden kann, künftig realistischer werden. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig Vorsorge zu treffen, damit regionale Knappheiten möglichst vermieden oder ausgeglichen werden können.

Der BDEW setzt sich unter anderem für angepasste Nutzungsrechte ein. Denn wenn Wasser knapp wird, muss die öffentliche Wasserversorgung Vorrang haben. Dieser Vorrang muss auch von den zuständigen Wasserbehörden konsequent umgesetzt werden.

Darüber hinaus wird eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Regionen wichtig und der Ausbau von Leitungen, über die Wasser bei Bedarf in andere Gebiete transportiert werden kann (sogenannte Verbundleitungen). Das erfordert erhebliche Investitionen in den Aus- und Umbau der Wasserinfrastruktur, die zum Beispiel auch die Erweiterung/Neubau von Hochbehältern und Wasserwerken einschließen. Neben einer gesicherten Finanzierung sind dabei auch eine Vereinfachung und Verkürzung der behördlichen Genehmigungsverfahren notwendig. So können punktuelle Knappheitslagen ausgeglichen werden.

Neben Trockenheit drohen auch andere Extremwetterereignisse zuzunehmen. Daher müssen wir uns deutlich systematischer und zielgerichteter als bisher an die lokalen Auswirkungen des Klimawandels anpassen. Es braucht Versickerungsflächen, damit das Wasser dezentral in den Boden sickern oder durch Pflanzen aufgenommen werden kann. Es dürfen dementsprechend nicht mehr so viele Flächen versiegelt werden, zum Beispiel durch Asphalt oder Bebauung. Daher müsste das Regenwassermanagement durch „Schwammstadtkonzepte“ gestärkt werden. Eine weitere Möglichkeit ist die Grundwasseranreicherung, etwa durch aufbereitetes Flusswasser.

Damit auch morgen eine sichere und qualitativ hochwertige Wasserversorgung gewährleistet ist, sind umfangreiche Investitionen in die Wasserinfrastruktur notwendig. Eine Studie des BDEW und DVGW kommt zu dem Schluss, dass Wasserversorger in den nächsten zehn Jahren für die Auswirkungen des Klimawandels zwischen 3,2 und 13,5 Milliarden Euro zusätzlich investieren müssen. Um diese Investitionen stemmen zu können, muss die Wasserwirtschaft von den Infrastrukturfördermitteln des Bundes profitieren.

Mögliche Auswirkungen auf den Trinkwasserpreis hängen von der regionalen Situation ab und können nicht seriös prognostiziert werden. Ein wesentlicher Treiber für klimawandelinduzierte Investitionen sind steigende Spitzenlasten in Trockenperioden, beispielsweise durch erhöhten Wasserbedarf für erhöhten Hygienebedarf, Kühlung, Gartenbewässerung und Poolbefüllung.

Ein weiterer Treiber ist der zunehmende Aufwand in die bautechnische Umsetzung, wie tiefere Einbautiefen für Leitungen und stärkere Isolierung von Wasserbehältern. Diese sind notwendig, um den steigenden Temperaturen zu begegnen und die Wassertemperatur konstant niedrig zu halten.

Die Sicherstellung der Wasserversorgung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Grundsätzlich sind alle Gruppen aufgefordert, sorgsam mit Wasser umzugehen: Städte und Gemeinden durch die Einschränkung von Nutzungsmöglichkeiten, wie etwa bei der Gartenbewässerung oder Pool-Benutzung.

Die Industrie sollte Kreislaufprozesse bei der industriellen Wassernutzung optimieren. So sollte beispielsweise in Industrie- und Gewerbeanlagen die zukünftige Nutzung von Wasser mit der Nutzung von Best-Practice-Ansätzen in vergleichbaren Industrie- und Gewerbeanlagen verknüpft werden. Dies gilt insbesondere für Neuansiedlungen.

Auch die Landwirtschaft ist gefordert, effiziente Beregnungsmöglichkeiten einzusetzen, die eine geringe Verdunstung des Wassers bedeuten, wie zum Beispiel die Tröpfchenbewässerung. Zudem sollte ein klimaangepasster Pflanzenanbau gefördert werden.

Grundsätzlich kann und sollte jede und jeder Einzelne im Alltag einen Beitrag leisten, indem beispielsweise wassersparende Maßnahmen angewendet werden. Pflanzen im Garten sollten morgens möglichst vor Sonnenaufgang oder abends nach Sonnenuntergang gegossen werden, um eine starke Verdunstung von Wasser durch Sonneneinstrahlung zu vermeiden.

Außerdem sollte man eine Dusche dem Vollbad vorziehen. Denn zur Befüllung einer Badewanne werden 150 bis 170 Liter Wasser benötigt, für eine fünfminütige Dusche nur rund 70 Liter. Wasch- und Geschirrspülmaschinen sollten immer nur angeschaltet werden, wenn sie voll beladen sind. Mit wassersparenden Armaturen kann man ebenfalls viel bewirken.

Weitere Hinweise für die Verbraucher zum sorgsamen Umgang mit Wasser hat der BDEW auf dieser Seite zusammengefasst.

Um die Trinkwasserversorgung langfristig zu sichern, müssen die Folgen des Klimawandels auch bei der Städte- bzw. Landschaftsplanung künftig stärker mitbedacht werden. Eine nachhaltige Gewässerschutzpolitik muss insbesondere die Möglichkeiten verbessern, Wasserressourcen zu erneuern.

Im Vordergrund muss dabei stehen, den Wasserrückhalt in der Fläche zu verbessern. Es braucht Versickerungsflächen, damit das Wasser dezentral in den Boden sickern oder durch Pflanzen aufgenommen werden kann. Es dürfen dementsprechend nicht mehr so viele Flächen versiegelt werden, zum Beispiel durch Asphalt oder Bebauung. Die Gefahr der Überflutung durch starke Regenfälle steigt, wenn durch den Zubau neuer Wohn- und Gewerbegebiete Versickerungsflächen fehlen.

Auch durch die Anlage von Flutrinnen, Retentionsräumen oder durch multifunktionale Flächennutzung können die Auswirkungen von Starkregenereignissen im urbanen Raum wesentlich abgemildert werden. Die Begrünung von Dächern und Fassaden kann hier ebenfalls helfen. Wir brauchen einen Paradigmenwechsel weg von der schnellen Abführung von Wasser, hin zur Wasserhaltung und Versickerung vor Ort. Stichwort: Schwammstadt. Aber auch die Entwässerung von Landschaften durch Kanäle muss auf den Prüfstand.

Um die entsprechenden Maßnahmen zügig und effizient umzusetzen, brauchen wir ein umfassendes Regenwasserkonzept. Sinnvoll kann zum Beispiel die Schaffung von sogenannten Regenwasseragenturen für Landkreise, Städte und Gemeinden sein, wie es sie in Berlin bereits gibt. Diese dienen u.a. der Verknüpfung von unterschiedlichen behördlichen Zuständigkeiten für Wasserwirtschaft, Bauen und ländliche Entwicklung.

Im Hinblick auf eine Tieferlegung von Fahrrinnen in Flüssen besteht die Gefahr, dass diese einen noch schnelleren Wasserabfluss bewirken, anstatt das Wasser in der Fläche zu halten. Pflanzen, die wir zur Kühlung und Wasserhaltung brauchen, könnte das Wasser entzogen und Einsickern von Wasser ins Ufer erschwert werden. Damit wird gleichzeitig die Grundwasserneubildung durch Uferfiltrat vermindert.

Trinkwasser ist das Lebensmittel Nr. 1. Bei der Nutzung der Wasserressourcen in Deutschland muss daher die Versorgung der Bevölkerung mit Wasser für den menschlichen Gebrauch und die Hygiene immer Vorrang haben. Die Wasserversorger haben die Pflicht zur Versorgung der Bevölkerung und damit einen wesentlichen Auftrag der Daseinsvorsorge. Sie muss immer an erster Stelle stehen.

Die Inanspruchnahme und Nutzung der Wasserrechte durch Wasserversorgungsunternehmen sind für die Behörden transparent nachvollziehbar. Dies muss auch in gleichem Maße für andere Nutzungen, wie zum Beispiel die Landwirtschaft und die Industrie gelten. Nur wenn Wasserrechte und tatsächliche Wasserentnahmen aller Nutzer transparent erfasst werden, können die verfügbaren Wasserressourcen belastbar bilanziert und bei zunehmender Wasserknappheit geeignete Regelungen für Nutzungskonflikte getroffen werden.

Energieversorgung: Welche Auswirkungen haben Dürre und Niedrigwasser?

Nein. Die Stromversorgung in Deutschland war und ist durch die niedrigen Pegelstände im Sommer 2026 nicht gefährdet. Auch die Energiemärkte signalisierten keine Knappheit. Die Entwicklung muss dennoch aufmerksam beobachtet werden.

Grundsätzlich wirkt sich der starke Ausbau Erneuerbarer Energien-Anlagen positiv aus, denn Wind- und Solarenergie sind von niedrigen Flussständen nicht direkt betroffen. Insbesondere Solarstrom deckt tagsüber einen großen Teil der Nachfrage.

Ob und wie sich Niedrigwasser auf ein Kraftwerk auswirkt, hängt von der jeweiligen Technologie zur Energiegewinnung und dem Kraftwerkstyp ab:

Solar- und Windenergie sind von Niedrigwasser nicht direkt betroffen.

Anders sieht es bei der Wasserkraft aus: Die Wasserkraft wird hauptsächlich von Niederschlägen, aber auch von der Schneeschmelze im Frühjahr beeinflusst. Niedrigwasserphasen können zu erheblichen technischen Einschränkungen und wirtschaftlichen Verlusten bei der Wasserkraft führen.

Zur Einordnung: Der Anteil der Wasserkraft an der gesamten Bruttostromerzeugung lag in den vergangenen 20 Jahren für Deutschland zwischen rund 3 bis 4 Prozent. Bundesweit spielt sie damit nur eine untergeordnete Rolle. Blickt man etwas genauer hin, zeigt sich jedoch: über 80 Prozent der Leistung von Laufwasserkraftwerken sind in Bayern und Baden-Württemberg installiert. Der Anteil der Wasserkraft an der Stromerzeugung in Bayern lag 2024 bei 22 Prozent, in Baden-Württemberg bei 15 Prozent.

Moderne Gas- und Kohlekraftwerke arbeiten häufig mit Umlaufkühlung und sind damit weniger unmittelbar von Pegelständen als von der Wassertemperatur abhängig. Gibt es genehmigungsrechtliche Vorgaben dazu, wie stark sich das entnommene und das zurückgeleitete Wasser in ihrer Temperatur unterscheiden dürfen, kann dies dazu führen, dass an manchen Standorten die Produktion gedrosselt oder komplett eingestellt werden muss. Moderne Gas- und Kohlekraftwerke stoßen dabei aber nicht so schnell an ihre Grenzen wie Kernkraftwerke, da dort aufgrund von schlechteren Effizienzwerten mehr Abwärme anfällt. Lediglich Anlagen, die mit dem Flusswasser des betroffenen Flusses kühlen, können direkt von Pegelständen betroffen sein.

Braunkohlekraftwerke nutzen in der Regel das Sümpfungs- und Grubenwasser aus dem anliegenden Tagebau. Für die Belieferung von Steinkohlekraftwerken sind Flüsse relevant, weil Steinkohle an vielen Standorten effizient über den Wasserweg beschafft wird. Durch die sinkenden Wasserstände können die Schiffe nur geringer beladen werden. Gegebenenfalls muss auf alternative Beschaffungswege über LKW oder die Schiene zurückgegriffen werden.

Auf Pumpspeicherkraftwerke haben vorübergehende Trockenperioden im Allgemeinen keinen Einfluss, da diese über ein Wasserreservoir verfügen. Die Verluste durch Verdunstung sind so gering, dass sie über längere Zeit durch Regen oder natürliche Zuflüsse mehr als ausgeglichen werden. Auch Pumpspeicher, die als Unterbecken aufgestaute Flüsse nutzen, sind in der Regel nicht betroffen, da sie so viel Wasser in den Fluss ableiten können, wie zuvor einfließt.

Niedrigwasser – beziehungsweise die Unterschreitung der Niedrig- oder Mindestdurchflussmengen – kann weitreichende Folgen für die Wärmeversorgung haben. Da besonders niedrige Pegelstände regelmäßig im Sommer auftreten, ist die Versorgungslage in der Regel weniger angespannt als in den Wintermonaten. Dennoch können sich verschiedene Auswirkungen ergeben:

  • Einschränkungen bei der Brennstoffversorgung: Die Versorgung mit Brennstoffen erfolgt beispielsweise bei Holzheizkraftwerken häufig über Wasserwege. Bei länger anhaltendem Niedrigwasser können diese Transporte eingeschränkt sein. Ähnlich wie bei längerem strengem Frost im Winter besteht dann das Risiko, dass vorhandene Lagerbestände nicht ausreichen und Brennstoffe alternativ per Lkw transportiert werden müssen.
  • Eingeschränkte Verfügbarkeit von Kühlwasser: Viele Anlagen zur Wärmeerzeugung, u.a. Müllheizkraftwerke oder Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen, sind auf Kühlwasser aus den Flüssen angewiesen. Niedrige Wasserstände beziehungsweise Durchflussmengen können daher den Betrieb dieser Anlagen beeinträchtigen.
  • Einschränkungen bei Flusswärmepumpen: Sinkende Pegelstände können insbesondere an kleinen Flüssen dazu führen, dass Flusswärmepumpen abgeschaltet werden müssen. Neben wirtschaftlichen Einbußen bedeutet dies, dass alternative Systeme zur Wärme oder auch Kälteerzeugung genutzt werden.

Auf Bundesebene sind für die geplante nationale Wasserstoffproduktion grundsätzlich ausreichende Wassermengen verfügbar. Lokal und regional kann die Wasserverfügbarkeit aber gerade in niederschlagsarmen Sommermonaten eingeschränkt sein.

Daher ist es entscheidend, dass wasserfachliche Standortprüfungen frühzeitig, verbindlich und standortspezifisch erfolgen. Diese sollte die Verfügbarkeit und Qualität der lokalen Wasserressourcen unter Berücksichtigung aller konkurrierenden Nutzungen (z. B. Trinkwasserversorgung, Landwirtschaft, Industrie, Ökologie) erfassen.

Die Prüfung ist gemeinsam mit den zuständigen Wasserbehörden sowie – sofern betroffen – den örtlichen Wasserversorgungsunternehmen durchzuführen. Die Prüfung sollte nicht nur den durchschnittlichen Jahreswasserbedarf betrachtet werden, sondern muss insbesondere Spitzenlastzeiten, Sommermonate, ggf. bereits bestehende Nutzungseinschränkungen der Wasserversorgung und mögliche Konflikte mit der natürlichen Wasserhaltung berücksichtigen, sowie die Leistungsfähigkeit der vorhandenen Wasser- und Abwasserinfrastruktur.

Mit zunehmenden Hitze- und Trockenperioden müssen Energieinfrastrukturen widerstandsfähiger werden. Das betrifft alle Wertschöpfungsstufen, von der Logistik, der verwendeten Technologie, dem Betrieb und der Genehmigung müssen veränderte klimatische Veränderungen für zukünftige Investitionen berücksichtigt werden. Versorgungssicherheit braucht Vielfalt, moderne Technik und starke europäische Netze.

Die Resilienz des Energiesystems muss nicht nur angesichts zunehmender Klimarisiken, sondern auch aufgrund geopolitischer Risiken und hybrider Bedrohungen umfassend gestärkt werden. Zentrale Handlungsfelder sind der Schutz Kritischer Infrastrukturen, ein resilientes erneuerbares Stromsystem, sichere und diversifizierte Lieferketten und Energieimporte sowie die Anpassung der Energieinfrastrukturen an den Klimawandel. Dafür braucht es eine engere Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft, bessere Lagebilder und Krisenkommunikation, klare Zuständigkeiten und weniger Bürokratie sowie geeignete Regelungen zur Finanzierung zusätzlicher Schutz- und Resilienzmaßnahmen. Gleichzeitig müssen einseitige Abhängigkeiten reduziert, Flexibilitäten und gesicherte Leistung gestärkt und Klimarisiken frühzeitig in Planung und Investitionen einbezogen werden.

Je wärmer die Luft ist, desto mehr Wasser kann sie aufnehmen. Im Grundsatz heißt das, dass die Regenmengen ganzjährig zunehmen. Gleichzeitig nimmt die Anzahl und Intensität Extremereignisse wie Dürren oder Starkniederschläge zu. Dadurch treten extrem feuchte und trockene Perioden häufiger auf.

Im langfristigen Trend sehen wir einen deutlichen Anstieg der Jahresmitteltemperaturen, insbesondere seit 2015.

Grafik: Jahresmitteltemperatur in Deutschland ab 1881

Bezüglich der Niederschläge ist ein leichter Anstieg im Gebietsmittel zu erkennen, 2025 war allerdings eines der trockensten Jahre seit Anbeginn der Aufzeichnungen.

Grafik: Niederschlag Gebietsmittel in Deutschland ab 1881

2026 waren die Niederschläge bislang zwar etwas stärker als 2025, bewegten sich aber dennoch überwiegend unterhalb des langjährigen Mittels. Vor allem der März und April waren erneut deutlich zu trocken, zur aktuellen Situation trägt insbesondere der stark unterdurchschnittliche Juli bei.

Grafik zu Niederschlägen: Gebietsmittelwerte der monatlichen Niederschlagshöhe

Suche