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BDEW-Magazin Zweitausend50 zum Thema „Systemfrage“

Neue Ausgabe: „Systemfrage“. Warum die Energiewende jetzt als Gesamtsystem gedacht werden muss.

BDEW-Magazin Zweitausend50 zum Thema „Systemfrage“

© BDEW

 

Die Energiewende tritt in eine neue Phase. Der Ausbau erneuerbarer Energien kommt voran, doch gleichzeitig wächst damit die nächste Herausforderung: Netze, Speicher, Märkte, Wasserstoff, Wärme, Industrie und Regulierung müssen enger zusammenspielen. Nicht mehr allein die Frage, wie viel erneuerbare Energie erzeugt wird, entscheidet über den Erfolg der Transformation. Entscheidend wird, ob aus vielen Einzelmaßnahmen ein stabiles, bezahlbares und resilientes Gesamtsystem entsteht.

Die neue Zweitausend50-Ausgabe „Systemfrage“ nimmt diese Verschiebung in den Blick. Wie viel Steuerung braucht ein komplexes Energiesystem im Umbau – und wie viel Raum bleibt für Markt und Wettbewerb? Wie lassen sich Erzeugung, Verbrauch, Flexibilität und Infrastruktur besser synchronisieren? Und wie gelingt die Energiewende, wenn technische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Konflikte gleichzeitig zunehmen?

Highlight der Ausgabe ist der Round Table zur Systemintegration. BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae, TenneT-CEO Tim Meyerjürgens und Covestro-Energieeinkaufschef Ferdinand Rammrath diskutieren, warum die Energiewende nicht als reines Ausbauprogramm missverstanden werden darf. Im Zentrum steht die Frage, wie Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Klimaneutralität zusammengebracht werden können – und welche Rolle Netze, Speicher, Gaskraftwerke, Wasserstoff und industrielle Flexibilität dabei spielen.

Weitere Beiträge erweitern die Perspektive auf unterschiedliche Ebenen des Systems. Ein Erklärstück zur Marktkommunikation zeigt, welche digitale Infrastruktur im Hintergrund nötig ist, damit Anbieterwechsel, dynamische Tarife, Energy Sharing und neue Geschäftsmodelle überhaupt funktionieren. Ein Beitrag zum Reifegradverfahren beim Netzanschluss erklärt, warum knappe Netzkapazitäten künftig nicht mehr allein nach dem Windhundprinzip vergeben werden sollen – sondern stärker danach, wie belastbar und umsetzungsreif Projekte tatsächlich sind.

Auch die europäische Dimension rückt in den Fokus. Ein Feature über neue Energienetze zeigt, wie Strom, Fernwärme und Wasserstoff zunehmend über Grenzen hinweg gedacht werden: von grenzüberschreitender Fernwärme zwischen Görlitz und Zgorzelec über regionale Stromsysteme in Tirol bis zu neuen Wasserstoffkorridoren. Ein weiterer Beitrag liefert Antworten auf die Frage, ob Strom künftig sogar über Kontinente hinweg fließen kann – und warum internationale Stromautobahnen technisch möglich, politisch aber anspruchsvoll bleiben.

Dass die Systemfrage nicht nur technisch beantwortet werden kann, zeigt das Format „Drei Fragen an…“ mit Adam Kahane. Der kanadische Organisationsberater und Konfliktlöser erklärt, warum Fakten allein verhärtete Fronten nicht aufbrechen – und weshalb Transformationsprozesse vor allem Perspektivwechsel, Lernfähigkeit und gemeinsame Suchbewegungen brauchen.

Zusammen entsteht das Bild einer Energiewende, deren Erfolg sich immer stärker am Zusammenspiel entscheidet: zwischen Technologien und Regeln, nationalen Interessen und europäischer Kooperation, Infrastruktur und Akzeptanz, Marktlogik und politischer Steuerung. Die Systemfrage lautet deshalb nicht mehr, ob die Energiewende kommt. Sondern wie sie als Ganzes funktioniert.

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